John Rabe

 

Exzellente Ausstattung, und feine Darstellerleistungen vom gesamten Ensemble.

Dazu kommen einige wirkliche packende Szenen, die unter die Haut gehen, wie Rabes “Selektion, als er unter chinesischen Gefangenen einige aussuchen muss, die er vor der Exekution retten kann, oder die Zurschaustellung chinesischer Schülerinnen vor einem japanischen Offizier.

Eine kuriose Figur. Welterfahren und doch verblüffend naiv.

Ein glühender Verehrer von Hitler. Ein Bilderbuch-Imperialist.

Im Film wird das so dargestellt, dass er ja von den Verbrechen der Nazis nichts wusste, und als im Kaiserreich geborener Untertan schlicht einen Aufräumer wünschte

 

Der Beweis dass eine polyglotte Bildung vor Chauvinismus und Arroganz nicht schützt.

Dieser Aspekt wird im Film leider gar nicht angeschnitten.

Ulrich Tukur sieht ihm zwar äußerlich ziemlich ähnlich wirkt aber viel zu milde und nicht wilhelminisch genug.

Der ganze Filme ist etwas zu eurozentristisch.Chinesen kommen nur als Diener, Angestellte und Schützlinge vor. Die chinesische Führung und Oberschicht ist schlicht nicht vorhanden.

 

Es wäre interessant zu wissen, ob der Film auch in Japan  gezeigt und gesehen wird –und wie die Reaktionen sind.

Ohne das Leiden der Chinesen relativieren zu wollen – die Japaner bis auf die Elite als anonyme Unmenschen zu zeigen hilft leider nicht weiter. Auch abgrundtiefe Grausamkeiten haben einen Auslöser, einen Hintergrund. Das soll natürlich keine Entschuldigung für Greuel sein – aber die Japaner waren eben auch Opfer von Propaganda, Dummheit und Hunger.

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