Die Buddenbrooks

 

Ein Film nach dem vielleicht deutschesten aller Romane.

 

Natürlich ist dieser Film nicht rasant und sexy – Deutschland ist eben  nicht rasant und sexy.

Und der Roman ist eben auch schon gute hundert Jahre alt. Die Wendungen wie Affären oder Mißerfolge im Geschäft hat man seitdem natürlich schon x-mal anderswo gesehen. Darum kann und muss man hier eben etwas genauer hinschauen, wie die uralten Themen elegant zu einem Ganzen verwoben werden:

Pflicht und Tradition, die Sorge um den eigenen Ruf und die heimliche Berechnung, als Ehrbarkeit ausgegebene Gefühlskälte, als moralische Aufrichtigkeit verbrämte Existenzangst treiben eine Familie in den finanziellen und moralischen Ruin.

Unter dem Ensemble ragen Armin-Müller-Stahl als Konsul Buddenbrook, Jessica Schwarz als seine Lieblingstochter und August Diehl als der missratene Sohn heraus.

Marc Waschke als Tom Buddenbrook und seine Frau bleiben dagegen etwas blass. Das liegt wohl auch an den Rollen, aber irgendwie wird man mit beiden nie warm und das bremst das Vergnügen doch etwas aus.

Alles in allem ein Film von einiger Größe. Eine aufwändige, würdige Verfilmung eines zwar sperrigen aber wichtigen Romans.

Wem das zu ernst und dröge ist, der kann sich immer noch an der üppigen Inszenierung satt sehen.

Schade, dass diese Sorgfalt nicht bei mehr Filmen aufgebracht wird.

Für Freunde anspruchsvoller Dramen absolut empfehlenswert.

 

 

 

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