The Legend of Bruce Lee

 

Finger weg von diesem Machwerk aus chinesischer TV-Produktion.

"The Legend of Bruce Lee" war ursprünglich eine 50-teilige Fernsehserie.

Auf Bluray wurde daraus ein zweiteiliger "Spielfilm", offenbar brutal zusammengeschnippelt aus den einzelnen Folgen. Das erklärt so einiges, etwa warum der Film so holperig wirkt. Aber das ist leider nicht das einzige Problem.

Da sind zum Beispiel die schlechten Schauspieler und die miese Billig-Synchronisation. Allerdings muss man vermuten dass die Dialoge auch im chinesischen Original schon platt waren.

(“Du bist ein Mann wie aus Stahl gemacht")

 

Zeitweise scheint es, als hätten die Macher sich Bruce Lees trashige Filme selbst als Vorbild genommen. So gucken alle Gegner permanent finster. Von einer Biographie erwartet man doch etwas mehr Ernsthaftigkeit.

Aber dem wahren Leben der Kampfkunstikone wird herzlich wenig Respekt gezeigt.

Die Karatemeisterschaften werden im Vollkontakt-Format ausgetragen – und der aufstrebende Kungfu-Hüpfer Bruce Lee tritt dabei mit Schuhen und Socken und völlig artfremden Techniken an. In Wirklichkeit hat Bruce Lee nie eine Karatemeisterschaft gewonnen, sondern dort nur Vorführungen seiner Kunst gemacht. So wird aus dem Film ein müder, überlanger “BloodSport"-Abklatsch. Hier war es den Chinesen offensichtlich wichtiger , den Japanern eins auszuwischen und Bruce zum nationalen Helden auszubauen.

 

Seine Rivalität mit britischen Kindern, seine Jugend zwischen Hongkong und San Francisco, seine Leidenschaft fürs Tanzen werden zwar angekratzt, ebenso sein Philosophiestudium,a ber all das bleibt oberflächlich.

Bruce vereinigt die intriganten Kampfschulchefs und bringt ihnen den Wert nationaler (rassistischer) Einheit nahe. Chinesen müssen zusammenhalten (selbst wenn sie verfeindet sind, ist “der andere Feind” , die Weissen, (und natürlich die Japaner) noch viel schlimmer.

 

Europäer kommen, bis auf seine weiße Frau praktisch gar nicht vor. Die ist  im Handlungsverlauf allerdings völlig unwichtig und nur dazu da, dem Meister am Krankenbett die Hand zu halten. 

Im zweiten Teil des Films wird Bruce dann zum philosophischen kosmopolitischen Kampfkunstschwamm, der aus allen Kulturen Einflüsse aufnimmt, um seinen eigenen Stil zu entwickeln.

Komischerweise hat der Allroundmeister, der sich weiter permanent prügeln muss, auch danach Probleme mit jedem hergelaufenen Feld-Wald- und Wiesenkämpfer.

Das Angebot für seine Filmkarriere kommt dann aus heiterem Himmel

("Trinken wir einen Kaffee"" – "Klingt gut")

Dabei sind seine chinesischen Filme naürlich nationalistische Prachtstücke, alles kalifornische dagegen Schrott (obowhl sich die “Green Hornet"-Serie zum Straßenfeger in Hongkong entwickelte). Und am Filmset wird natürlich echt gekämpft. Immerhin werden ein paar ikonische Bilder minutiös nachgestellt, vor allem der Bruce Lees berühmeter Nunchako-Kampf im orangen Strampelanzug.

 

Dazu kommen dann aber haarsträubend blöde Dialoge, permanentes Gekloppe und ein peinlich pathetischer Soundtrack (" Bruce Bruce Bruce Bruce Bruce Bruce Bruce Bruce – du bist zu kühn") . Abgerundet wird das durch Philosophie auf Glückskeksniveau (“Das Herz der Kampfkunst ist die Freiheit”).

Selbst der bis heute geheimnisumwitterte Tod des Ausnahmekünstler wird völlig banal behandelt.

Ein unwürdiges, zusammengestümpertes Spektakel.

 

Logo