Der Fuchs und das Mädchen

Der Titel klingt nach einer klassischen Fabel und ein bißchen etwas märchenhaftes hat der Film. Aber die Tiere sprechen hier nicht und haben auch keine magischen Fähigkeiten. Der Fuchs und das Mädchen hat traumhaft schöne Bilder, wie eine Naturdokumentation, aber auch eine Spielfilmhandlung. Ein kleines Mädchen entdeckt im Wald einen Fuchs - und versucht sich mit ihm anzufreunden. In der nächsten Zeit folgt das Mädchen dem Fuchs durch den Wald. Dafür braucht sie allerdings viel Geduld und Mut - denn im Wald gibt's auch Bären und Wölfe, Wasserfälle, Schluchten - eben Natur pur. Solche Filme über die Freundschaft von Tieren und Kindern kennt man ja von Disney, oder aus Jack London´s "Wolfsblut". Hinter "Der Fuchs und das Mädchen" steht der Tierfilmer Luc Jaquet, der Macher der Doku „Die Reise der Pinguine". In seinem ersten Spielfilm hat er eigene Kindheitserlebnisse verarbeitet. Zum Glück hat er die esoterischen Ausrutscher seines Pinguin-Abenteuer diesmal vermieden. Die Tiere "denken" und philosophieren nicht. Der Fuchs ist nur ein Fuchs. Ein wildes Tier, das zwar neugieirig auf den Menschen ist , aber auch sehr vorsichtig. Aber zumindest ein bißchen Vertrauen entsteht doch - oder der Fuchs gewöhnt sich einfach an den kleinen Störenfried. Alles eine Frage des Blickwinkels. Beeindruckend ist die Leistung der kleinen Heldin des Film, eine niedliche 11-jährige, die fast der einzige Mensch im gesamten Film ist. Der Fuchs wird dagegen von mehreren Tieren verkörpert. Ein paar, die an Menschen gewöhnt sind, und ein paar wilde. Die wirklich traumhaft schönen Naturbilder wurden unter anderem in den Abruzzen und Frankreich gedreht. Der Fuchs und das Mädchen ist kein Tier-Action-Film mit fantastischen Abenteuern, sondern eher ruhig erzählt. Über Jahrhunderte hatten Füchse einen ziemlich schlechten Ruf - als hinterhältige Verführer in den Fabeln - oder als Hühnerdiebe im realen Leben. Das will "Der Fuchs und das Mädchen korrigieren - ohne die Tiere zu verniedlichen.

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