Verliebt in die Braut

Von wegen "Männer und Frauen können keine Freunde sein". Zwischen Tom (Patrick Dempsey) und Hannah (Michelle Monaghan) klappt das schon seit Jahren.

Dabei sind sie doch grundverschieden. Hannah wartet immer noch auf „den Richtigen“ zum Ehelichen, Tom hat dagegen eine Affäre nach der anderen.

Erst als Hannah beruflich nach Schottland muß, merkt Tom, was er an ihr hat – und dass sie die einzige, die wahre, die große Liebe ist. Und das will er ihr auch sofort sagen, sobald sie zurückkehrt.

Beim Wiedersehen überrascht Hannah aber zunächst mal ihn. Sie hat sich im wildromantischen Schottland in den kernigen Naturburschen Colin (Kevin McKidd)verguckt – und sich prompt mit ihm verlobt.

Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben. Aber damit will Tom sich nicht abfinden.

Dass Hannah ihn unbedingt als Brautjungfer dabei haben will, führt zwar erstmal zu einer Reihe hämischer Witze auf Toms Kosten. Aber es ist auch eine prima Gelegenheit, der Braut noch einmal nahe zu sein, sie von den eigenen Qualitäten zu überzeugen.

Der Showdown um Hannas Herz findet dann allerdings unter erschwerten Bedingungen statt. Ein Auswärtsspiel in Colins uriger Heinat Schottland, die mit dem traditionellen Kilt, Macho-Wettbewerben wie Baumstammweitwerfen und dem Nationalgericht Haggis (die schottische Version des Pfälzer Saumagens) nochmal entliche Chancen bietet, sich zu beweisen oder gründlich zu blamieren.

 

DIE STARS

Patrick Dempsey ist ein Karrierespätstarter. Seit Mitte der 80er war er in vielen TV-Serien und kleineren Filmrollen zu sehen. Aber erst seit einigen Jahren wird er auch bemerkt. In „Sweet Home Alabama" war er immerhin schon neben Reese Witherspoon zu sehen. Aber erst mit seiner Serienhauptrolle als Dr.Grey in „Greys Anatomy“ wurde er zum Star. Bei den Golden Globes reichte es zwar nur für zwei Nominierungen , aber den Publikumspreis „Peoples Choice Awards“ gewann er bereits zum zweitenmal in Folge. Einen massiven Kinohit bescherte ihm die Disney-Märchen-Komödie „Verwünscht“. Dabei führten Patrick Dempseys erste künstlerische Schritte eher in Richtung Zirkus wie seine Jonglierkünste zeigen, die er in  „Verliebt in die Braut“ vorführen darf.

 

Ihre Rolle als Tom Cruise Zukünftige in „Mission Impossible III“ machte Michelle Monaghan weltweit bekannt, nachdem ihre Auftritte in „Constantine“ und „Syriana“ der Schere zum Opfer fielen. Außerdem war sie in der Ben-Stiller-Komödie „Ausgeflittert“ und Ben Afflecks hochgelobtem Regiedebut „Gone Baby Gone“ gesehen. Dazu kam der Actionthriller „Eagle-Eye“ mit Shootingstar Shiah LaBoeuf. Das Ex-Model will sich offenbar nicht auf romantische Rollen festlegen lassen. 

 

Den Konkurrenten, den es auszustechen gilt, spielt Kevin McKidd, der bislang vor allem als römischer Zenturio in der teuersten TV-Serie aller Zeiten, „Rom“ beeindrucken konnte. Dabei hat er auch schon kleinere Rollen in großen Filmen wie „Königreich des Himmels“ oder „Hannibal Rising“ und als griechischer Gott Poseidon in "Percy Jackson - Diebe im Olymp".

 

DER KICK

Regisseur Paul Weiland hat sein Handwerk bei etlichen Mr.Bean-Episoden gelernt. Sein Faible für Slapstick hat er bei „Verliebt in die Braut“ mit eingebracht. Das hebt den Comedy-Faktor und senkt den Romantik-Anteil des Films. Den bedient Weiland allerdings dennoch stilsicher, von ihm stammt auch die zauberhafte Romantikkomödie „Rosannas letzter Wille“ mit Jean Reno, der man nun wirklich nicht anmerkt, dass sie ein Brite gedreht hat.

Hilfreich ist allerdings auch die Kameraarbeit von Tony Pierce-Roberts, („Was vom Tag übrig blieb“, „Wiedersehen in Howards End“), der einer eher unoriginellen Story einen edlen Anstrich verleiht und das Zuschauen zum Genuß macht.

Ein bißchen origineller hätte „Verliebt in die Braut" schon sein dürfen. Patrick Dempsey spielt fast dieselbe Rolle wie in seiner Serie – nur ohne Kittel. Und Dutzende Romantikkomödien haben ähnliche Geschichten bereits erzählt, wie „Ein Chef zum Verlieben“, „27 Dresses“, oder selbstverständlich Julia Robert´s Hit „Die Hochzeit meines besten Freundes“. Dazu gibt noch ein 

bißchen britisch-irische Landromantik wie in „P.S. Ich liebe dich“ oder „Liebe

braucht keine Ferien“. Alles in allem ist „Verliebt in die Braut“ ein netter Spaß, der nicht wehtut aber auch nicht lange im Gedächtnis bleibt.  

 

Logo