No Country For Old Men


Vier Oscars für einen Film darunter die für die beste Regie, das beste adaptierte Drehbuch und für den besten Film des Jahres. Auch für die bei Kritikern notorisch beliebten Coen-Brüder („Fargo“) ist das eine neue Bestmarke. In „No Country for old men“ löst ein Koffer voller Geld eine gnadenlose Hetzjagd quer durch Texas aus.

 

DIE STORY

Mitten in der texanischen Wildnis stößt der Jäger Llewelyn Moss (Josh Brolin) auf die Überreste eines geplatzten Drogendeals: Diverse Leichen, ein Riesenpaket mit Heroin und einen Koffer mit 2,4 Millionen Dollar. Er ergreift die Chance und schnappt sich das Geld.

Aber die eigentlichen Besitzer wollen nicht darauf verzichten. Sie hetzen Moss den Auftragskiller Anton Chigurh (Javier Bardem) auf den Hals. Moss verwischt seine Spuren so gut er kann, er kann mit Waffen umgehen und er kennt die Gegend. Aber Chigurh lässt sich nicht abschütteln. Jeder der ihm in die Quere kommt, lebt gefährlich - und meist nur noch kurz. Bald säumen Leichen den Weg des psychopathischen Mörders. Sheriff Bell (Tommy Lee Jones) ist angesichts der Brutalität geschockt. Deshalb hat er es auch nicht all zu eilig, sich in das blutige Duell einzumischen.

Er ist hin- und hergerissen zwischen seiner Berufsehre als Gesetzeshüter und dem Wunsch, den eigenen Ruhestand noch zu erleben.

 

DIE STARS:

In Spanien ist Javier Bardem bereits ein Superstar, mit vier Goyas (den spanischen „Oscars“) ausgezeichnet.

Bei den echten Oscars sorgte er 2001 erstmals für Aufsehen, mit dem Film „Before night falls“, für den erst als bester Hauptdarsteller nominiert war. Der Oscarerfolg von „Das Meeer in mir“ als bester fremdsprachiger Film geht ebenfalls hauptsächlich auf sein Konto.

Der Gewinn des Oscars als bester Nebendarsteller in „No country for old men“ ist da bestimmt nicht das Ende der Fahnenstange.

Dadurch gerät die beachtliche Leistung von Josh Brolin als sein filmischer Gegenspieler leider etwas in Vergessenheit. Dem wird seine enorme Wandlungsfähigkeit zum Verhängnis - er spielt beeindruckend, verschwindet aber hinter seinen Figuren. Der Sohn von James Brolin begann seine Karriere mit den „Goonies“ und war mittlerweile an so prestigeträchtigen und unterschiedlichen Filmen wie „American Gangster“, „Planet Terror“, Oliver Stones "W" und „Im Tal von Elah“ beteiligt. 

Darin ist er wie in „No country for old men“ zusammen mit Tommy Lee Jones zu sehen, der damit eine weitere, dritte Oscarnominierung einsammeln konnte, nachdem er den Preis bereits einmal 1994 für "Auf der Flucht" mit nach Hause nehmen konnte. 

  

DER KICK:

Auch wenn Javier Bardem „nur“ den Oscar für die beste Nebenrolle bekam, er drückt diesem Film seinen Stempel auf. Sein Psychokiller Anton Chigurh ist ein Typ, mit dem selbst Hannibal Lecter nicht gerne am selben Tisch sitzen würde. Dabei darf man den Film nicht auf die drastischen Gewaltszenen reduzieren. Wie die anderen Filme der Coen-Brüder lohnt es sich auf Kleinigkeiten zu achten. Für viele Kritiker bedeutet „No country for old men“ eine Rückkehr zu alter Größe und erinnert tatsächlich mehr an frühe Coen-Werke wie „Blood Simple“ und „Fargo“, in denen ebenfalls gewöhnliche Menschen das persönliche Glück in die eigenen Hände nehmen, mit immer fataleren Folgen für ihr Umfeld und sich selbst. So ist auch „No Country for old men“ ein bissiger Gegenentwurf zum amerikanischen Traum, ein düsterer Spätwestern, der einem Schauer über den Rücken jagen kann.

 

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