Love Vegas

Nach einer turbulenten Nacht in Las Vegas wachen zwei eigentlich wildfremde Menschen nebeneinander auf, nicht nur verheiratet, sondern auch um 3 Millionen Dollar reicher.

Aber wer sich scheiden lässt, bekommt gar nichts. Und da keiner dem anderen das Geld gönnt, versuchen sie dem anderen die frische Ehe so unangenehm wie möglich zu machen.

 

DIE STORY

Las Vegas die Glitzermetropole in der Wüste Nevadas ist Jahr für Jahr ein Ziel für Millionen Menschen. Glücksritter, Hochzeitspaare, Junggesellen oder Leute, die einfach nur den öden Alltag vergessen wollen. So wie Jack (Ashton Kutcher) und Joy (Cameron Diaz) die den Verlust von Arbeitsplatz beziehungsweise Exfreund hinter sich lassen wollen.

Unter gewöhnlichen Umständen hätten die glamouröse Blondine und der schlichte Tischler sich nicht viel zu sagen, aber als sie nach einem Buchungsfehler im selben Hotelzimmer landen, ist der erste Kontakt hergestellt. Im Laufe des Abends gehen sie sich dann zunächst leidenschaftlich auf die Nerven aber mit zunehemmenden Alkoholpegel sinken die Berührungsängste.

Am nächsten Morgen stellen sie fest, dass sie sich als Höhepunkt der rauschenden Nacht offenbar das Ja-Wort gegeben haben.

Das würden beide gerne so schnell wie möglich vergessen – aber auch wenn das Heiraten in Las Vegas sehr schnell geht, Scheidungen dauern länger – und dafür müssen die beiden zurück nach Hause nach New York. Aber bevor es dazu kommt, gewinnen die Frischvermählten quasi im Vorbeigehen an einem Spielautomaten den 3-Millionen-Dollar-Jackpot. Aber wem gehört das Geld ? Das muss ein Gericht entscheiden.

Leider hat der zuständige Richter einen seltsamen Sinn für Humor und gar kein Verständnis für Blitzhochzeiten. Jack und Joy müssen vor der Scheidung mindestens 6 Monate zusammenleben – und sich um ihre Beziehung kümmern. Sonst wird das ganze Geld eingezogen. Aber das Zusammenleben ist für die beiden gar nicht so einfach. Das geht los bei Ernährungsgewohnheiten und führt über Badezimmer-Manieren und Körperhygiene bis zu den Freunden der beiden, die ebenfalls gar nicht mit einander können. So schaukelt sich der Geschlechterkampf immer mehr auf im Versuch, den anderen als untreuen Ehemuffel oder Scheusal darzustellen und das Ehevermögen allein einzusacken.

 

DIE STARS

Ashton Kutcher ist seit Jahren offenbar glücklich und skandalfrei mit Demi Moore verheiratet. Das die Ex-Frau von Bruce Willis 16 Jahre älter ist tat dem bislang keinen Abbruch.

Entsprechende Erfahrungen fehlen Cameron Diaz noch. Ihre Liebhaber sind in der Regel jünger als die 35-jährige und verheiratet war sie noch nie. Aber auch nach der Trennung von Dauerfreund Justin Timberlake halten die beide engen Kontakt. So nahm er auch an der Beerdigung von Diaz´ Vater teil.

 

DER KICK

Scheidungsrechtler sollten bei diesem Film nicht allzu genau hingucken.

Selbst für das kuriose Rechtswesen in den USA ist die Geschichte vom unfreiwillig aneinander geketteten Paar reichlich konstruiert.

Ein weiteres Manko: Die titelgebende Spielerstadt liefert zwar das Sprungbrett für die Geschichte, danach wird der Geschlechterkampf aber vorwiegend in einem unscheinbaren New Yorker Apartment ausgetragen. Eine verschenkte Chance.

Und auch Ashton Kutcher Minimal-Mimik erweist sich auf die Dauer als öde. Kein Wunder, dass sein größter Karriereerfolg bislang der Animationsfilm „Jagdfieber“ war, in dem er nicht selbst zu sehen war. Mit keiner seiner Hauptrollen konnte er bislang die 100 Millionen-Dollar-Marke knacken. Für die erste Hollywood-Liga hat er sich damit noch nicht qualifiziert.

Zur Ehrenrettung sei gesagt auch Cameron Diaz größte Erfolge sind Trickfilme. Die Shrek-Abenteuer spielen mit Einnahmen von einer Milliarde Dollar aber in einer ganz anderen Liga.

Und auch Hits wie „Verrückt nach Mary“ , „Die Maske“, und „3 Engel für Charlie“ haben ihr viel zu verdanken. In „Love Vegas“ ist ihr Können aber neben dem Laienspiel von Ashton Kutcher verschenkt. Was bleibt ist ein leidlich lustiger Geschlechterkampf, der manchmal an ein Update von „Eine schrecklich nette Familie“ erinnert, zwar ohne Kinder aber dafür mit diversen Toilettenwitzen und der obligatorischen Hand im Schritt. Nicht jede Beziehungskomödie ist auch eine Liebeskomödie, und „Love Vegas“ schon gar nicht.

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