Juno
Der erste Sex ist für Juno (Ellen Page) ein absoluter Volltreffer. Die 16-jährige ist schwanger. Statt in Panik zu verfallen bleibt sie aber cool und sucht bereits nach Adoptiveltern für das Baby, noch bevor sie ihren Eltern davon erzählt. Dabei reagieren ihr Vater und ihre Stiefmutter auf die Nachricht eigentlich überraschend abgeklärt und gefasst. Sie hatten schon mit einem Drogengeständnis oder einem Schulverweis gerechnet.

Aber nun unterstützen sie Juno nach Kräften. Und auch das Adoptivelternpaar in spe ist zwar ein bißchen nervös, aber doch eigentlich o.k. . So vergehen die Monate, Juno nimmt immer mehr Kugelform an, und freut sich bereits auf die Zeit wenn die Aufregung vorbei ist. Aber sie muss festellen, dass ein Baby kein Gebrauchtwagen ist, den man einfach weiterreichen kann. Immer mehr machen sich Muttergefühle bei ihr bemerkbar. Juno wird erwachsen, und versucht ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen.

 

DER KICK

In den USA war „Juno“ ein Überaschungshit. Mit minimalem Budget spielte die Independent-Komödie über 100 Millionen Dollar ein und ließ damit vermeintliche Kassenmagneten wie Rambo weit hinter sich. Vier Oscarnominierungen unter anderm für die Hauptdarstellerin Ellen Page und eine Trophäe für das Erstlings-Drehbuch von Diablo Cody, einer früheren Stripperin, haben dabei sicher geholfen. Juno glänzt mit weitgehend realistischen Charakteren weit jenseits von konstruierten Teenager-Komödien wie „American Pie“, mit trockenem Humor statt plattem Slapstick wie im artverwandten „Beim ersten Mal“ und herrlich sarkastischen Pointen, die meist aufs Konto von Juno selbst gehen, einem erfrischen lebensnahen widerborstigen Teenager, der erfreulicherweise mal nicht von Cheerleader-Ruhm oder der großen Karriere träumt.

 

Die USA sind das westliche Industrieland mit der höchsten Rate an Teenagerschwangerschaften. Trotzdem vermeidet der Film einen erhobenen Zeigefinger oder Humor auf Kosten der Beteiligten und zeigt stattdessen viel Verständnis für den Gefühlsnotstand der nur auf den ersten Blick so coolen Juno. Ein echtes kleines Filmjuwel mit viel Humor und Herz.

 

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