Iron Man

Waffenentwickler Tony Stark (Robert Downey jr.) hat Milliarden mit seinen tödlichen Erfindungen verdient. Und er geniesst sein Vermögen in vollen Zügen, in Spielcasinos, Edelbars, mit seinen zahlreichen Sportwagen oder weiblichen Eroberungen. Die einzige, die vor seinen Nachstellungen sicher ist, ist seine treu ergebene Assistentin Pepper Potts (Gwyneth Paltrow). Die Präsentation seiner neusten Wunderwaffe gerät dann aber zum Debakel. Nach der Vorführung in Afghanistan wird Stark von Rebellen gekidnappt und in einem Bergverlies eingesperrt. Hier soll er ihnen ein neues Waffensystem zusammenbauen. Was er aus den Altmetallbeständen der Terroristen zusammenbastelt, ist allerdings nicht der erwartete Raketenwerfer, sondern eine kugelsichere Rüstung für sich selbst, mit der ihm dann auch tatsächlich die Flucht gelingt.

Stark ist zurück in seinem gewohnten Leben, aber er hat sich verändert. Ihm ist jetzt klar, was seine Waffen in falschen Händen anrichten können. Als er für seinen Konzern einen Richtungswechsel ankündigt, stösst er aber auf Widerstand. Vor allem sein väterlicher Freund Obadiah Stone (Jeff Bridges) sorgt sich um den Aktienkurs des Unternehmens, und sein Verbindungsmann zum Militär Rhodes (Terrence Howard) fürchtet um die Schlagkraft der Armee. Währenddessen schraubt Stark bereits heimlich an einer neuen Version seiner Superrüstung, komplett mit Raketenwerfer, GPS und Düsenantrieb. Die erweist sich als äußerst nützlich als Stark feststellt, dass jemand aus seiner Firma Terroristen mit hochentwickelten Waffen versorgt.

 

DIE STARS

Robert Downey jr. als Titelheld zu verpflichten galt lange als Risiko. Seit Mitte der 90er Jahre war er mehrfach im Gefängnis wegen Drogenvergehen, betrunkenem Autofahren.

So verlor er auch 2001 seine Rolle in der Hitserie Ally McBeal.

Seit 2005 ist er zum zweitenmal verheiratet und hat seine Probleme offenbar im Griff. Vor allem aber überzeugte er in den vergangenen Jahren immer mehr in hochkarätigen Filmen wie “Zodiac”, “Kiss Kiss Bang Bang” oder “Good night and good luck”. Inzwischen kann er mit dem runderneuerten "Sherlock Holmes" sogar einen zweite auf Fortsetzung angelegten Riesenerfolg verbuchen. Überraschend begnügt sich Gwyneth Paltrow eine Art “Miss Moneypenny” zu spielen, vereit der Rolle aber trotzdem Format, ebenso wie, Jeff Bridges als bärbeißiger Mentor und Terrence Howard (“L.A.Crash”, “Hustle `n Flow”) als Freund und wandelndes Gewissen. 

 

DER KICK

Zum erstenmal übernimmt die Comicschmiede Marvel selbst die Verantwortung für die Verfilmung eines seiner Superhelden. Der Grund ist weniger die kreative Kontrolle , sondern schlicht Geld, denn die Hollywood-Studios haben bislang mit Marvelhelden wie Spider-Man Milliarden verdient, während die Schöpfer mit Almosen abgespeist wurden. In Zukunft fließt das Geld allerdings wieder in andere Kassen, denn Marvel wurde mittlerweile vom Disney-Konzern geschluckt. Ob sich das auch auf den Stil Verfilmungen auswirkt muss sich noch zeigen.

Grundsätzlich unterscheidet sich Iron Man nicht von anderen Comicverfilmungen. Die Tricktechnik überzeugt, es wird intensiv geflogen, geballert und gekämpft und die Rüstung vom legendären Stan Winston (“Jurassic Park”) sieht klasse aus. Vom Klassenprimus Spiderman trennen Iron Man aber noch ein paar Millionen, mit 70 Millionen Dollar war der Heavy-Metal-Held geradezu ein Schnäppchen. Das macht dieses Comicabenteuer aber durch bissigen, ansatzweise subversiven Humor wieder wett und vor allem durch seinen Helden, einen geläuerterten Waffenproduzenten, der mit Robert Downey jr. schlicht perfekt besetzt ist. Bei aller Kritik am US-Militärapparat, die zwischendurch anklingt gibts es allerdings auch noch eine ultrageheime patriotische Sondereinheit, die Tony Stark bei seinen Bemühungen um den Weltfrieden unterstützt. Der Titelheld ist aber allemal interessanter als der überperfekte Superman. Der zynische Multimilliardär und Weiberheld Held Tony Stark verschafft sich seine Kräfte im Eigenbau in seiner High-Tech-Garage. Amerikanischer geht es kaum.

 

 

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