Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels

Comeback nach 19 Jahren. Der berühmteste Archäologe der Welt ist wieder da: Dr.Henry Jones jr. , besser bekannt als Indiana Jones. Ein bißchen ruhiger, ein bisschen weiser. Trotzdem gerät er von einer prekären Situation in die nächste. In „Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels“ macht er sich auf die Suche nach einem alten Freund und einem noch älteren Artefakt im südamerikanischen Regenwald. 

 

DIE STORY
Auf einer staubigen Landstraße in Arizona rollt ein Armee-Konvoi einer hochgeheimen Militärbasis entgegen. Als ihnen der Zutritt verweigert wird, lassen sie ihre Tarnung fallen und schiessen sich den Weg frei. Es handelt sich um ein russisches Kommando unter der Führung von Irina Spalko (Cate Blanchett). In einer Indy-Fans wohlbekannten Lagerhalle suchen sie ein wertvolles Artefakt. Nicht ganz freiwillig mit dabei sind Indiana Jones (Harrison Ford) und sein alter Weggefährte Mac (Ray Winstone). Und obwohl der sich bald als Doppelagent entpuppt, gelingt Indy die Flucht auf gewohnt spektakuläre Weise, und das nicht nur vor den russischen Agenten sondern auch vor einem in der Nachbarschaft stattfindenden Atomtest. Das Ergebnis ist allerdings trotzdem unerfreulich. Als potentieller Helfer der Kommunisten verliert Dr. Jones seinen Lehrer-Job.

Just als er der Highschool den Rücken kehrt, erreicht ihn der Hilferuf des Nachwuchs-Rockers Mutt (Shia La Beouf). Dessen Ziehvater Professor Oxley (John Hurt), ein alter Schulfreund von Indiana Jones wurde entführt. Auch hier haben offenbar die Russen ihre Hände im Spiel. Oxleys Spezialgebiet war die Erforschung der sogenannten Kristallschädel, mysteriöser jahrtausendealte Skulpturen die den Mayas zugeschrieben werden. Ein verschlüsseltes Manuskript weist den beiden ungleichen Partner Indy und Mutt den Weg: nach Peru.

Dort kommt es nicht nur zum Wiedersehen mit Indys alter Flamme Marion Ravenwood (Karen Allen), sondern auch zu höchst überraschenden Begegnungen einer ganz anderen Art.    

 

DIE STARS
Ohne Harrison Ford hätte es das vierte Indy-Abenteuer wohl nie gegeben.

Er war es, der Steven Spielberg und George Lucas so hartnäckig löcherte, bis sie sich tatsächlich an die Arbeit machten – auch wenn es danach immer noch 13 Jahre dauerte, bis sich alle endlich auf ein Drehbuch einigen konnten.

Nach eigener Aussage passte ihm das Indiana-Jones-Outfit auf Anhieb wieder. Andere Quellen berichten dagegen von einer rigorosen Fisch- und Gemüse-Diät. Ein geringer Preis für ein Karriere-Comeback. Der letzte große Hit von Harrison Ford mit „Airforce One“ lag damals immerhin schon zehn Jahre zurück.

 

Noch länger war dagegen die Pause von Karen Allen. Sie war bereits komplett aus dem Showbusiness ausgestiegen. Ihre Rückkehr an der Seite von Indiana Jones ist eine entscheidende Änderung im Indiana-Jones-Kosmos, da der Archäologe eigentlich in James-Bond-Manier jedesmal eine neue Begleiterin haben sollte. Für Fans war die trinkfeste, austeilende Figur der Marion Ravenwood allerdings immer die beliebteste Indy-Freundin.

 

Als zweite Frau, aber vor allem als Indy´s Gegenspielerin ist Cate Blanchett mit dabei. Die Oscargewinnerin spielt eine übersinnlich begabte KGB-Agentin. Mit ihrer Mireille Mathieu abgeguckten Frisur entwickelt sie zwar nicht die Bedrohlichkeit früherer Filmschurken, mischt aber zum Ausgleich bei den Actionsequenzen ganz vorne mit.

 

Dabei muss sie sich dann auch mit Shia La Beouf messen. Der Hollywood-Newcomer war Steven Spielberg im Jugendfilm „Das Geheimnis von Green Lake“ aufgefallen. Darin grub er bereits Löcher in der Wüste und empfahl sich so offenbar für eine Karriere als Nachwuchsarchäologe. Sein Auftritt im Film, als Hommage an Marlon Brando in „Der Wilde“ gedacht, mit Lederkäppi auf der Harley-Davidson ist allerdings doch etwas unglücklich. Shia alias Mutt wirkt eher wie die Zweitbesetzung von „Grease“

 
DER KICK

Dort wo Indiana Jones´ Abenteuer 1982 begannen, da könnten sie auch enden, im südamerikanischen Regenwald. Wenn dies denn das letzte Abenteuer des unverwüstlichen Archäologen ist. Nicht ausgeschlossen, denn am Ende gerät Indiana in eine wirklich vertrackte Situation, die weitere Ausflüge in die Weltgeschichte verhindern könnte. Das wäre aber schade denn in seinem vierten Film zeigt sich Harrsion Ford noch einmal in Hochform.

Der Sprung aus den 30ern Jahren in die Fünfziger mit Rock´n Roll, Schmalztolle und Kommunistenangst bietet einen durchaus gelungenen Hintergrund. Die Gags kommen nicht so regelmäßig wie im letzten Film, Sean Connery ist eben nicht so einfach zu ersetzen, dafür würde kräftig an der Actionschraube gedreht. Indiana Jones muss dabei austeilen und einstecken wie in seinen besten Jahren. Zwischendurch geht vielleicht dem Drehbuch mal die Puste aus, aber nicht dem 65-jährigen Harrison Ford. Ärgerlich nur, dass Teenie-Schwarm Shia La Boeuf offenbar als Indie-Nachfolger aufgebaut werden soll und viel zu sehr in den Mittelpunkt gestellt wird. Andererseits bestand Steven Spielberg wie bei den früheren Filmen darauf altmodisches Filmmaterial zu verwenden, dadurch ist optisch der Anschluß an die Original-Trilogie gelungen. Zum Finale greifen Lucas und Spielberg dann aber doch noch mit vollen Händen in die (Computer-) Trickkiste , fast als würden sie dem Reiz der eigenen Serie selbst nicht mehr so ganz trauen. Dabei ist das völlig unnötig. Bei diesem Actionfeuerwerk der alten Schule kommen alte Indy-Fans voll auf ihre Kosten – und auch junge Zuschauer könnten den ältesten Actionhelden der Welt jetzt neu entdecken. 

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