Der Unglaubliche Hulk

Der grüne Kampfkoloss Hulk ist zurück. Fünf Jahre nach dem für viele enttäuschenden ersten Film wurde dem Fleisch gewordenen Wutausbruch ein Neustart gewährt. „Der unglaubliche Hulk", oder zumindest seine menschliche Version, Bruce Banner, wird darin von Edward Norton verkörpert, aber auch alle anderen Teilnehmer vor und hinter Kamera wurden ausgetauscht

 

DIE STORY

Ein missglücktes Experiment hat den Wissenschaftler Bruce Banner (Edward Norton) dramatisch verändert. Unter Streß verwandelt er sich in die grüne Kampfmaschine Hulk, unberechenbar, jähzornig und nahezu unverwundbar. Das Militär, vor allem General Thunderbolt Ross (William Hurt) ist an diesen Kräften sehr interessiert, und will Banner um jeden Preis in seine Gewalt kriegen.

Seit fünf Jahren ist der deshalb schon in Brasilien untergetaucht. Als Hilfsarbeiter in einer Fabrik schlägt er sich durch, und nebenbei bemüht er sich darum, seine Wutausbrüche mit Meditation und Yoga in den Griff zu kriegen und in seinem improvisierten Labor ein Heilmittel zu entwickeln.

Dann wird er dort jedoch von Söldnern im Auftrag von General Ross aufgespürt.

Als Hulk gelingt ihm aber erneut die Flucht. Es zieht in zurück in die USA, zu seiner Ex-Freundin Betty (Liv Tyler) und zu einem mysteriösen Wissenschaftler der ihm angeblich helfen kann. Währenddessen begreift der Söldneranführer Blonsky (Tim Roth), dass er diesen Gegner nicht mit normalen Mitteln überwinden kann. Darum nimmt er nur zu gerne das Angebot an, selbst in einen wandelnden Kampfkoloss verwandelt zu werden. Bei seiner Mutation geht allerdings etwas schief. Aus Blonsky wird der irre Mutant „Abomination". Und den kann nur einer stoppen....

 

DIE STARS

Edward Norton hat ein besonderes Faible für Charaktere mit doppeltem Boden. Damit machte er Richard Gere als Angeklagter im Gerichtsdrama „Zwielicht" zu schaffen, damit legte er als Trickdieb in „The Score" Robert de Niro rein und als schizophrener Bürangestellter glänzte er im Kultdrama „Fight Club". Da ist die Rolle von Bruce Banner , dessen zweites Ich der grüne Wüterich Hulk ist, natürlich nur konsequent.

 

Liv Tyler hat sich nach ihrem Riesenerfolg in der „Herr-der-Ringe-Trilogie" im Kino rar gemacht. Stattdessen kümmerte sie sich mehr um ihre Ehe und ihr Kind. Derzeit lebt sie allerdings in Scheidung. Dafür kommt die Karriere wieder in Gang, in den USA hatte sie gerade mit dem Horrorstreifen „The Strangers" einen massiven Hit.

 

DER KICK

Nach dem ersten Leinwandabenteuer von Hulk vor fünf Jahren waren Fans und Kritiker enttäuscht. Spiderman hatte gerade bewiesen, das Comicaction und interessante Charaktere sich nicht ausschließen, aber Regie-Ikone Ang Lee schoss übers Ziel hinaus. Er tauchte tief in die Psyche des Helden ein, erforschte einen komplexen Vater-Sohn-Konflikt und kam viel zu spät zur entscheidenden Sache: ein grüner Muskelberg tobt sich aus.

Das macht der neue Regisseur Louis Leterrier („Transporter") anders. Die Vorgeschichte von Hulk wird schon beim Vorspann in einer flotten Montage abgehakt. So kann er schneller zur Sache kommen. Dabei wird auch diesmal nicht nur Action gesetzt. Bruce Banners Versuche, seine Emotionen zu kontrollieren nehmen viel Platz ein. Nicht nur dabei ist der Film dichter am Original. „Der unglaubliche Hulk" ist wie in der TV-Serie ein Gejagter, der als Tramp ohne Geld , ohne Freunde, ohne Unterschlupf durch die Gegend zieht - und nach jedem Wutausbruch erstmal neue Hosen braucht. Da wird der neue Hulk erfreulicherweise mit ein bisschen Realität konfrontiert. Natürlich stammt auch der neue Hulk komplett aus dem Computer , wobei keine neuen Maßstäbe gesetzt werden. aber er ist diesmal düsterer, genausowie sein Gegenspieler Abomination, der allerdings zu sehr aussieht, als sei er aus einem Computerspiel ausgebrochen.

Die Schauspieler wie Edward Norton und Tim Roth sorgen als Gegengewicht für die nötige Bodenhaftung im Film, damit das Spektakel nicht nur zur scheppernden Megaprügelei mutiert.

Wie schon bei Iron-Man hat auch hier das Comic-Imperium Marvel die Fäden selbst in der Hand. So gibt es noch einen Gastauftritt von Robert Downey Jr., der auf künftigte, vielleicht gemeinsame Abenteuer von Hulk und Iron-Man einstimmen soll.

Wenn die kommenden Marvel-Filme das Niveau halten, kann sich darauf freuen.

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