Der Krieg des Charlie Wilson

Die wahre Geschichte des Mannes, der die Sowjets aus Afghanistan vertrieb. 

 

DIE STORY

Charlie Wilson ist texanischer Abgeordneter im US-Kongreß. Kein hohes Tier, aber einer der es versteht, die Vorteile des politischen Amtes in Form von Alkohol, Drogen und Frauen zu genießen. Dafür erfüllt er kleinere und größere Gefallen von Freunden und manchmal sogar von Wählern. Aber als er vom sowjetischen Einmarsch in Afghanistan erfährt, ändert sich etwas. Charlie Wilson nutzt seinen Einfluß, um den Widerstandskämpfern zu helfen. So erhöht er die US-Ausgaben für verdeckte Operationen erst von 5 auf 10 Millionen Dollar und im Laufe der Jahre auf eine Milliarde Dollar. Dafür muss er höchst ungewöhnliche Allianzen schmieden, zwischen muslimischen Politikern, christlichen Antikommunisten und jüdischen Waffenhändlern.

 

DIE STARS

Bei 20 Millionen Dollar Gage kann Tom Hanks es sich erlauben, wählerisch zu sein. Und er hat sich mit Charlie Wilson seine vielleicht ausgefallendste Rolle ausgesucht. Der Politiker, der Drogen, Alkohol und Frauen in Mengen konsumierte, entspricht so gar nicht Hanks Saubermann-Image.   

Julia Roberts macht sich ebenfalls eher rar im Kino. Drei Kinder lassen ihr offenbar nicht so viel Zeit.

 

DER KICK

Sehenswert ist „Der Krieg des Charlie Wilson“ vor allem durch das Trio der Hauptdarsteller. Tom Hanks als Schwerenöter, Julia Roberts als zielstrebige Südstaaten-Lady und Philip Seymour Hoffman als abgebrühter CIA-Agent haben sichtlich Spaß an ihren Rollen. Kein Wunder, das Skript strotzt vor bissigen One-Linern und Seitenhieben auf die schmutzigen Machtspiele in Washington. Politikverdrossene sehen hier all ihre Vorurteile bestätigt, dass hinter verschlossenen Türen unentwegt gemauschelt wird, und alle zunächst darauf bedacht sind, den eigenen Vorteil zu nutzen. Hier wird dieser Umstand aber höchst unterhaltsam verkauft, vor allem von Tom Hanks, der hier eine Galavorstellung liefert und das System ausnahmsweise mal für etwas nützliches zweckentfremdet. Dabei vergisst man leicht, dass Charlie Wilson im Prinzip ein erzkonservativer kalter Krieger war, dem es weniger um die Freiheit der Afghanen ging als darum, den Russen eins auszuwischen. Dass seine private Außenpolitik letztlich zum Aufstieg der Taliban führte ist im Film ebenfalls nur eine Fußnote. Angesichts der langfristigen Folgen ist die Heldenverehrung für Charlie Wilson hier dann doch ein wenig zu blauäugig. 

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