Abgedreht

Sämtliche Filme im Videoladen, den Jerry und Mike betreuen wurden aus Versehen gelöscht.

Um die treuen Kunden nicht zu enttäuschen drehen die beiden die großen Publikumshits einfach nach. Mit minimalen Mitteln und noch weniger Ahnung, aber viel Fantasie und Enthusiasmus. Von „Ghostbusters“ bis zu „Miss Daisy und ihr Chauffeur“ – vor den beiden Filmfälschern ist kein Klassiker sicher.

 

DIE STORY

Die heruntergekommene Videothek in ihrer Nachbarschaft ist für Jerry (Jack Black) und Mike (Mos Def) wie ein zweites Zuhause. Als der alte Besitzer Mr. Fletcher (Danny Glover) verreisen muss, überlässt er den Laden Mikes Obhut – mit der klaren Anweisung, den Chaoten Jerry gar nicht erst hereinzulassen. Und es kommt wie befürchtet: Nach einem kleinen Zwischenfall ist Jerry magnetisch aufgeladen und löscht unabsichtlich sämtliche Filme in der Videothek. Da ist es fast schon Glück, dass der Laden kurz vor der Pleite steht und die Nachfrage minimal.

Als dann jedoch eine alte Kundin unbedingt „Ghostbusters“ ausleihen will kommen Jerry und Mike in ihrer Verzweiflung auf einen wahnwitzigen Plan – sie drehen ihre eigene Version des Klassikers. Ohne Budget, ohne Erfahrung, ohne Stars, aber mit umso mehr Einfallsreichtum. Wider Erwarten kommt ihre eigenwillige – und nur 20 Minuten lange - Version bestens an. Und ihre „Special Editions“ sprechen sich herum. Die Nachfrage steigt, immer mehr Filme werden verlangt und immer mehr Freunde helfen in der kleinen Traumfabrik aus.

Allerdings ist die plötzliche Karriere , die den Videoladen retten könnte nicht ungefährlich.

Es gibt kreative Differenzen, aufkeimende Starallüren und nicht zuletzt eiskalte Hollywoodanwälte, die auf mögliche Copyrightverletzungen mit der vollen Härte des Gesetzes reagieren.


DIE STARS

In vielen seiner Filme spielt der Kalifornier Jack Black eher unterbelichtete unsensible hyperaktive Figuren. Die größten Erfolge hatte er in den Komödien „Schwer verliebt“ und „School of Rock“. Daneben beschäftigt ihn vor allem seine Comedy-Rockband „Tenacious D.“ deren Karriere mit kleinen Clubgigs begann und zuletzt im Film „Tenacious D. – Kings of Rock“ und einer anschließenden Welttour gipfelte.

 

Der Musiker Mos Def, bürgerlich Dante Terrell Smith gilt als herausragender Vertreter des intelligenten Hiphop abseits von Gangsta-Klischees, dessen Alben dutzendweise Auszeichnungen kassierten.

Parallel dazu entwickelte er seine Filmkarriere, die nach dutzenden Serienauftritten mittlerweile zu Rollen in Erfolgen wie „Per Anhalter durch die Galaxis“ und „16 Blocks“ neben Bruce Willis führte.  

 

DER KICK

„Abgedreht“ gehört zum Fantasievollsten, was ein Filmemacher sich in den vergangenen Jahren ausgedacht hat.

Regisseur Michel Gondry hat sich mit seinen bisherigen Filmen wie „Vergissmeinnicht“ und „Anleitung zum Träumen“ einen Ruf als Spezialist für originell absurde Ideen aufgebaut.

Mit der überbordenden Energie von Comedy-Derwisch Jack Black potenziert sich diese Wirkung. Und dass Jack Black (genauso wie Rapper Mos Def) kein brillanter Schauspieler ist hilft in diesem Fall sogar. Denn vor allem geht es um die liebevolle aber trashige Rekonstruktion von beliebten Filmklassikern. Die werden hier mit minimalem Aufwand aber maximalen Einsatz auf ihre wesentlichen Bestandteile reduziert und rekonstruiert. Aus Teilen vom Schrottplatz wird eine Robocop-Rüstung, aus Angelruten werden Laserwaffen und auch von den Dialogen bleiben nur Bruchstücke übrig. Ein herrlich origineller Spaß, ein Tribut an Einfallsreichtum, Engagement und die Magie des Films.

  

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