Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken 

Frauen und Männer sind grundverschieden. Diese Binsenweisheit wird auch von neuern Forschungsergebnissen unterstützt.

 

DIE STORY

Gegensätze ziehen sich an. Uns so wird aus dem Parade-Macho Jan (Benno Fürmann) und der vielversprechenden Studentin Kathrin (Jessica Schwarz) erst ein Liebes- und dann ein Ehepaar. Aber Leidenschaft entwickelt Jan auch danach vor allem für Autos und Fußball – sowie für jede Frau, die nicht die eigene ist. Kathrin tröstet sich derweil mit dem genauso weitgereisten wie verschrobenen Bestsellerautor Jonathan (Uwe Ochsenknecht). Für weitere Komplikationen sorgen eine verfürerische Sekretärin namens Luschmund und ein schlagfertiger Rocker (Popstar Sasha).

 

DIE STARS

Benno Fürmann hat in seiner Karriere nach etlichen TV-Rollen in “Sperling”, “Tatort”schon Kritikererfolge wie “Wolfsburg” und “Die zweite Heimat” und Tom Tykwers” Der Krieger und die Kaiserin” verbucht. Dazu kamen dann veritable Flops wie “Der Ring des Nibelungen “ oder “Sin Eater – Die Seele des Bösen”. Aber er ist einer der wenige Deutschen die auch für internationale Produktionen gesucht werden, wie “Merry Christmas”, “Kreuzzug in Jeans”, sowie dem Hightech-Desaster “Speed Racer”.

Jessica Schwarz stand mit Benno Fürmann schon im Jugendfilm “Die wilden Hühner und die Liebe" vor der Kamera. Ihre Anfänge als Model und VIVA-Moderatorin hat sie inzwischen weit hinter sich gelassen. Ihr Repertoire reicht dabei von kleinen Dramen wie “Kammerflimmern”, Komödien wie “Reine Geschmackssache” mit Edgar Selge über Geschichtsdramen wie “Der rote Kakadu” und “Verschwende deine Jugend” bis zum internationalen Erfolg “Das Parfum”. Die Trennung vom langjährigen Partner Daniel Brühl hat ihrer Karriere auf alle Fälle nicht geschadet.


DER KICK

Regisseur Leander Haußmann wollte diesmal eine „reine Komödie“ basteln, ohne den dramatischen Hintergrund seiner vorigen Filme wie „Sonnenallee“, „Herr Lehmann“ oder „NVA“. Das Problem, oder die Herausforderung war dabei, dass die Vorlage der Autoren Barbara und Allan Pease kein Roman, sondern ein Sachbuch ist. Für einen Spielfilm musste also das gesamte Personal erst erfunden werden. Den wissenschaftlichen Unterton hat Haußmann aber beibehalten, durch Rückblenden in frühe Phasen der Evolution und als ironischer Erzähler. Und so kommt der Film auch eher wie eine zugegeben kurzweilige Vorlesung daher, die ihre Themen strikt trennt. Das erleichtert die Übersicht, stört aber den Erzählfluß. Aber Leander Haußmann selbst erklärte sein Werk ironisch zum Lehrfilm, der sich streckenweise an Aufklärungsfilmen von Oswalt Kolle orientiert, und dann auch stark an Klassiker der deutschen Beziehungskomödien wie „Männer“ und „Der bewegte Mann“ erinnert. Bei Haußmann sind die Figuren noch stärker überzeichnet und komplett zu Klischees geronnen. Benno Fürmann etwa genießt es sichtlich, sein gutes Aussehen mit Pilotenbrille, Gelfrisur und schmierigem Oberlippenbart zu karikieren, als glaubwürdiger Charakter kommt er einem aber nie vor. Jessica Schwarz geht es mit ihrer altklugen, schnippischen Figur ähnlich. Die Vorliebe für schräge Outfits hat Leander Haußmann schon in seinen früheren Filmen gezeigt. Eigentlich soll es ja in diesem Film um uns alle gehen. Die Kunstgriffe der Macher, ziehen allerdings den Film dermaßen ins Lächerliche, dass sich damit niemand auch nur ansatzweise identifizieren möchte. Den ewigen Konflikt zwischen Männern und Frauen hat man schon in uralten TV-Comedy-Shows mit Rudi Carell, Beatrice Richter, Diether Krebs und Harald Juhnke und Grit Boettcher besser gesehen. Als kurzweiliges Gagfeuerwerk im Stil von TV-Comedy-Shows funktionert „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“ durchaus. Aber auch Komödien sollte man ein Stück weit ernst nehmen können.

 

 

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