Verwünscht 

Eine Prinzessin wird von ihrer Schwiegermutter in spe „Verwünscht“ und purzelt aus dem Märchenreich mitten ins turbulente Manhattan. Natürlich macht ihr Traumprinz sich auf, seine Angebetete zu retten. Der Mangel an höfischer Etikette in New York macht den beiden zu schaffen. Die reale Welt scheint kein Platz für ein romantisches Liebespaar zu sein.

 

DIE STORY
Im Märchenland planen Prinzessin Giselle (Amy Adams) und Prinz Edward (James Marsden) ihre Traumhochzeit. Aber Edwards böse Stiefmutter (Susan Sarandon) funkt dazwischen

Sie stösst Giselle in einen magischen Brunnen, und als die Prinzessin wieder auftaucht , befindet sie sich im New York von Heute. Dabei erregt die Märchenfigur im Ballkleid trotz  antiquierten Manieren, verschrobener Ausdrucksweise und massiver Desorientierung kaum Aufsehen. Verrückte gibts in Manhattan schließlich ohne Ende. Aber der Scheidungsanwalt Robert (Patrick Dempsey) und seine Tochter Morgan nehmen die verwirrte Obdachlose bei sich auf. Giselle revanchiert sich mit magischer Hilfe beim Hausputz und bringt das Leben der Normalsterblichen mit spontanen Gesangsanfällen durcheinander. Roberts Verlobte (Idina Menzel) ist von der versponnenen Untermietern allerdings weniger begeistert. Und auch Prinz Edward hat seine Zukünftige nicht vergessen. Er folgt Giselle und macht sich mit Schwert und in Strumpfhosen auf, sie in Manhattan zu suchen. 

 

DIE STARS Amy Adams ist eine Karriere-Spätstarter und eigentlich auch nicht mehr im richtigen Alter für eine unschuldige Märchenprinzessin. Bislang hielt sie sich mit kleinen Rollen vor allem in TV-Serien über Wasser. Für ihre Darstellung in „Verwünscht“ wurde sie aber überschwenglig gelobt. Dabei wird geren vergessen, dass sie mit June Bug bereits für einen Oscar nominiert war. Inzwischen war sie neben Tom Hanks in „Charlie Wilsons War“ , neben Meryl Streep in Julie/Julia und neben Ben Stiller in "Nachts im Museum 2" zu sehen und auch von "Verwünscht" soll es bald eine zweiten Teil geben.

 

Als Star der preisgekrönten Ärzteserie „Greys Anatomy“ hat Patrick Dempsey auch hierzulande eine beachtliche , vorwiegend weibliche Fangemeinde.

Mit inzwischen 40 ist er ebenfalls ein Spätstarter, ganz ähnlich wie TV-Ärzte-Kollege George Clooney. 

James Marsden erinnert ein bißchen an den jungen Tom Cruise. Er sieht schon ein bißchen zu gut für diese Welt aus, so daß er als Fleisch gewordener Märchenprinz natürlich absolut perfekt besetzt ist.

Die fünffach Oscar-nominierte Susan Sarandon, die den Goldjungen für "Dead Man Walking" bekam, ist hier als böse Königin natürlich chronisch unterfordert aber genießt das übertriebene Spiel sichtlich. Ihre erste große Rolle hatte sie übrigens in der „Rocky Horror Picture Show“.

 

DER KICK

Disney kombiniert in „Verwünscht“ seine klassischen Zeichentrick-Fähigkeiten mit einer typischen turbulenten Romantik-Komödie und modernen Computertricks. Was klingt, als ob man sich nicht entscheiden konnte oder wollte, funktioniert aber überraschend gut, wenn man die Ansprüche bescheiden hält. Vor allem Kinder werden sich über den Humor des Films und die putzigen Helfer von Prinzessin Giselle amüsieren. Erwachsene erkennen zusätzlich die Anspielungen auf Klassiker der Disney-Traumfabrik von "Schneewittchen" bis „Die Schöne und das Biest“, die hier einerseits geehrt und gleichzeitig behutsam auf den Arm genommen werden. In diesem bonbon-bunten und –süßen Abenteuerchen inklusive Musical-Einlagen kann man die Lovestory natürlich nicht ernst nehmen, aber das liegt beileibe nicht an den Schauspielern, vor allem nicht Amy Adams, die hier herzallerliebst und weltfremd beweist, dass Magie nicht nur ins Reich der Fantasie gehört. Wer die Kinder für zwei Stunden aus dem Weg haben möchte, kann sie also getrost wieder in die Obhut von Walt Disney geben – und sollte sich selbst dann gleich daneben setzen und diesen netten Filmspaß einfach genießen.

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