Todeszug nach Yuma 

Der Wilde Westen lebt ! Aber nicht jeder im Wilden Westen überlebt.

Ein kleines Häuflein Gesetzeshüter soll einen berüchtigten Gangster ins Gefängnis eskortieren. Nicht jeder wird den „Todeszug nach Yuma“ erreichen. Der Treck durch die Prärie entwickelt sich zum verzeifelten Überlebenskampf mit Räubern, Kopfgeldjägern und Indianern.

 

DIE STORY

Der Farmer Dan Evans (Christian Bale) steht kurz vor der Pleite.

Er ist hochverschuldet bei seinem Nachbarn, der schon ein Auge auf seine Farm geworfen hat. In seiner verzweifelten Lage lässt Evans sich zu einem Himmelfahrtkommando verpflichten.

Für 200 Dollar schließt er sich einem Wachtrupp an, der den berüchtigen Gangster Ben Wade (Russell Crowe) in die nächste Stadt bringen soll. Denn einer der Detectives der Pinkerton-Agentur ist schwerverletzt, und die anderen beiden ziemlich unerfahren. Sie können jede Hilfe brauchen, denn Wades Bande plant bereits seine Befreiung. Und auch Wade selbst ist extrem gefährlich.

Evans will aber nicht nur seine Schulden bezahlen, sondern sich auch in den Augen seines Sohnes bewähren, der seinen alten Herrn für einen Versager hält und stattdessen vom charismatischen Räuber schwer beeindruckt ist. Heimlich folgt der Junge dem Treck und macht die Lage seines Vaters dadurch nur noch schwieriger. In der Wildnis lässt der erste Befreiungsversuch nicht lange auf sich warten, nach und nach wird der Trupp der Bewacher dezimiert.

 

DIE STARS

Christian Bale ist ein Extrem-Schauspieler. Für seine Rolle in „Der Maschinist“ hungerte er sich 30 Kilo ab, um sie gleich darauf wiederzuzulegen für „Batman Begins“.

Dabei wollte er nach seinem ersten Erfolg als 13-jähriger in Steven Spielbergs Kriegs-Epos „Das Reich der Sonne“ die Karriere hinschmeißen, weil ihm der Presserummel schwer zusetzte. Seiner Meinung nach sollten Zuschauer nicht alles über einen Schauspieler wissen, weil diese dann in ihren Rollen überzeugender sein können. Auch heute noch schottet er sein Privatleben (verheiratet, ein Kind) ab, und findet in Klatschblättern praktisch nicht statt.

 

Russell Crowe kann sich dagegen über mangelnde Aufmerksamkeit nicht beklagen, weil ihm immer wieder mal das Temperament durchgeht. Die Zeiten, in denen er in Raufereien mit Paparrazzi verwickelt war oder ein Telefon nach einer Hotelangstellten warf sollen aber vorbei sein. 

Seine ersten schauspielerischen Gehversuche machte er in der australischen Dauer-Soap „Neighbours“, in der auch Kylie Minogue ihre Karriere begann.

Eine Zeitlang arbeitete er allerdings stärker an einer Musikkarriere, seine Band „30 odd foot of grunts“ hat bereits mehrere kaum erfolgreiche Alben veröffentlicht. 

 

DER KICK

Batman gegen den Gladiator ! Zwei der besten aktuellen Schauspieler liefern sich in „Todeszug nach Yuma“ ein Duell, dass zum Glück nicht nur mit Waffen ausgetragen wird.

Regisseur James Mangold hatte bereits mit seinem Krimi-Drama „Copland“ bewiesen, dass er Action und Tiefgang kombinieren kann. Zuletzt wurde auch seine Johnny-Cash-Biographie "Walk the Line" von den Kritikern bejubelt.

In seinem Edelwestern lässt er einen bibelfesten Gangster und einen gebrochenen Farmer und damit zwei grundverschiedene Lebensentwürfe aufeinander prallen. Auch wenn die klassische Einteilung in Gut und Böse noch vorhanden ist, verwischen doch die Grenzen zunehmend.

Da hilft der Gangster dem verschuldeten Farmer mit seinem Beutegeld, aber der revanchiert sich, in dem er seinen Gönner überrumpelt und festnimmt. Zum exzellent gespielten Konflikt der beiden Männer kommen sämtlich Bestandteile, die zum Western gehören: die weite Prärie, ein Postkutschenüberfall, Lagerfeuer, Rinderherden, wilde Schießereien, und ein vager Vorgeschmack auf die Zukunft, die diesem Wilden Westen bald den Garaus machen wird.

Bei jedem neuen Western rufen einige Kritiker eine Wiedergeburt des Genres aus. Dabei wird auch „Todeszug nach Yuma“ keinen Boom auslösen. Aber er zeigt, dass man auch heute noch gute Western drehen kann, wenn man sich ans Rezept hält und allerbeste Zutaten verwendet, bei der Geschichte, bei den Schauplätzen und nicht zuletzt bei den Darstellern. 

„Todeszug nach Yuma“ ist erfreulich frei von Experimenten, einfach ein Klasse-Western wie ihn zuletzt nur noch Clint Eastwood gedreht hat.

 

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