Meine schöne Bescherung

Die Weihnachtsvorbereitungen im Haus von Sara (Martina Gedeck) und Jan (Heino Ferch) sind in vollem Gang. Aber in diesem Jahr wird das Fest der Liebe ein bißchen turbulenter.

Denn Sara hat auch ihr drei Ex-Männer und deren Partnerinnen eingeladen. Man nehme dazu noch Saras drei Kinder, ihre Mutter und die neuen Nachbarn sowie einen sehr aufdringlichen Weihnachtsmann und das Chaos ist perfekt.

Besinnlichkeit kommt in der vollen Hütte nicht auf, stattdessen werden rund um den Weihnachtsbaum alte Rechnungen beglichen, neue Affären angebahnt, Vorurteile und Missverständnisse gepflegt und Jans Vorgänger nerven ihn mit unerwünschten Ehetipps, kleinen Sticheleien und Geheimnissen über seine Frau.

Und auch Sara hat ihrem Gatten etwas zu erzählen. Sie ist schwanger und erwartet ihr viertes Kind. Dummerweise ist Jan sich sicher, dass er nicht der Vater sein kann.

 

DIE STARS

Heino Ferch und Martina Gedeck sind zwei der meistbeschäftigten Schauspieler in Deutschland. Dafür stehen sie schon fast erstaunlich selten gemeinsam vor der Kamera.

Vielleicht weil Heino Ferch inzwischen sehr häufig in internationalen Produktionen mitspielt, und gerne auch mal in actionhaltigen Filmen oder aufwändigen Historienstreifen, während Martina Gedeck eher in gediegenen Familiendramen daheim ist.

Auch der Rest des umfangreichen Ensembles, unter anderem Meret Becker (Mein Führer) und Jasmin Tabatabai (Elementarteilchen) und Bjarne Mädel (Stromberg) wurden nicht vorrangig nach Komödientauglichkeit ausgewählt.

 

DER KICK

Wer kennt nicht den Erwartungsdruck zu Weihnachten, wenn man sich der ganzen Familie im besten Licht präsentieren möchte und die gesamte Verwandschaft wiedersieht, inklusive einiger auf die man gerne verzichten könnte. Heutzutage wird das alles nur noch komplizierter, da traditionelle Familienstrukturen immer mehr aufbrechen bis hin zum Extrem-Fall der „polynuklearen Familie“, in der es kein klassisches Oberhaupt mehr gibt – oder gleich mehrere, die den Titel beanspruchen.

Eine so turbulente Familienkomödie hat das deutsche Kino schon lange nicht mehr hervorgebracht. ISt aber kein Wunder, denn „Meine schöne Bescherung“ ist eigentlich das Remake eines schwedischen Films. Die Probleme der Figuren sind durchweg realistisch und werden ernst genommen, ohne zur deprimierend bleiernen Sozialstudie zu verkommen. Trotz des vorgelegten Tempos, kleinerer Slapstick-Einlagen und derberer Scherze bleibt aber auch Raum für Nuancen und ausgefeilte Charaktere. Humor entsteht eben nicht, wenn jemand etwas Lustiges tut, sondern wenn er etwas Ernstes versucht und dabei auf lustige Weise mit seiner Umwelt und seinen Mitmenschen kollidiert. Und dafür gibts in „Meine schöne Bescherung“ jede Menge Gelegenheiten.

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