Jarhead

Während des Golfkriegs wird eine Gruppe Marines in der kuwaitischen Wüste stationiert. Drill, Angst und Abenteuerlust machen das Warten auf den Einsatz zur Nervenprobe.

DIE STORY

1989 meldet sich Anthony Swofford zu den Marines - weil ihm nichts bessere eingefallen ist. Dabei ist durchaus belesen und musikalisch interessiert.

Aber während der Grundausbildung wird er doch gepackt von der Faszination der Militärmaschinerie und dem ruppigen Kameradschaftsgeist. Jarhead ist einer der Spitznamen, die sich die US-Marines selbst geben. Als seine Truppe 1990 in den Nahen Osten verlegt wird, um kuwaitische Ölfelder zu beschützen sehen die Soldaten das zunächst als willkommene Abwechslung, als Abenteuer und Chance, zu zeigen, was man drauf hat.

Aber der Aufenthalt in der Wüste erweist sich als Geduldsprobe und enorme psychische Belastung. Die Fernbeziehungen zu den Freundinnen gehen reihenweise in die Brüche, Langeweile zerrt an den Nerven und keiner hat den Feind bislang überhaupt zu Gesicht bekommen. Als es dann doch zum Einsatz kommt, sieht der ganz anders aus als erwartet. Zwischen brennenden Ölfeldern marschiert die Truppe an die Front durch ein tödliches Niemandsland.

DIE STARS

Jake Gyllenhaal gilt als einer der vielversprechendsten Jungstars Hollywoods. Sein erster großer Erfolg war die Hauptrolle in Roland Emmerichs „The Day after tomorrow", nachdem er als "Donnie Darko" bereits einen ansehnlichen Kultfilm im Repertoire hatte und für „Brokeback Mountain" kassierte er eine Oscarnominierung. Mit der PC-Spiel-Verfilmung "Prince of Persia" ist er auf dem Sprung zum Superstar.

Peter Saarsgard wird wegen seines jungenhaften Aussehens gerne besetzt um das Publikum in die Irre zu führen, wenn seine Figuren plötzlich ein düsteres Eigenleben entwickeln, so wie als undurchsichtiger Sky Marshal im Thriller „Flightplan" neben Jody Foster.

Als brettharter Ausbilder sitzt den beiden Oscar-Preisträger Jamie Foxx im Nacken, der zwar nicht so beeindruckend wie R.Lee Ermey in „Full Metal Jacket" brüllt, seiner Figur dafür aber mehr menschliche Tiefe gibt.


DER KICK

Der Golfkrieg von 1990 war der erste Krieg der live im Fernsehen übertragen wurde. Man erinnert sich noch an die Bilder der Nachtsichtkameras, die die Raketeneinschläge wie in einem Videospiel wirken liessen. Was sich am Boden abspielte, bekam man dagegen nicht zu sehen. Das holt Jarhead zumindest teilweise nach, basierend auf dem Kriegstagebuch von Anthony Swofford.

Regisseur Sam Mendes (American Beauty, Road to perdition) hat den Golfkrieg in beeindruckende, bedrückende Bilder gepackt. Die benutzt er aber vor allem, um zu zeigen, wie der Krieg die Soldaten verändert.

Wer Schlachtgetümmel wie in Black Hawk Down erwartet ist hier falsch.

Jarhead muss sich an anderen Kriegsfilmen wie „Full Metal Jacket" messen lassen und kann sich in diesem Wettbewerb durchaus behaupten. Kritiker warfen Mendes vor, dass er nicht eindeutig für oder gegen den Krieg Stellung bezieht. Aber Jarhead dürfte auf alle Fälle Diskussionen auslösen, und hätte damit seine Aufgabe voll erfüllt.

 

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