Invasion 

Völlig unplanmäßig verlässt das Space Shuttle „Patriot“ seine Umlaufbahn und explodiert in der Atmosphäre. Die Trümmer verteilen sich über ein riesiges Gebiet.

Die Wrackteile werden routinemäßig unter Quarantäne gestellt , weil sie kontaminiert sein könnten, aber einzelne Trümmer landen dennoch bei Ebay.

Kurz darauf lenkt eine landesweite Grippe-Epidemie vom tragischen Unglück ab.

Die Behörden sind allerdings schnell mit einem Antivirus zur Stelle und richten überall Impfzentren ein.

Die geschiedene Psychiaterin Carol Bennell (Nicole Kidman) bekommt es unterdessen mit einem anderen Phänomen zu tun. Eine ihrer Patientinnen ist besorgt über das merkwürdige Verhalten ihres Mannes. Sonst jähzornig und gewalttätig ist er plötzlich merkwürdig ruhig und distanziert. Sie ist sich sicher : Das ist nicht mehr ihr Mann.

Zunehmend macht Carol in ihrer Umgebung ähnliche Beobachtungen. Immer mehr Menschen verhalten sich auffallend emotionslos, selbst bei einem schrecklichen Autounfall bleiben die Schaulustigen völlig unbeteiligt.

Als ihr eigener Ex-Mann den gemeinsamen Sohn wie vereinbart abholt, stellt sie auch bei ihm eine Wesensveränderung fest. 

Eine Gewebeprobe bringt schließlich die Erklärung: Die Menschen wurden von einem außerirdischen Parasiten befallen, der im Schlaf ihr Persönlichkeit verändert und jegliche Emotionen unterdrückt. Als Carol von ihrem Ex-Mann ebenfalls infiziert wird hat sie nur noch ein Ziel: Ihren Sohn zu retten. Und sie darf nicht einschlafen. Inzwischen sind aber selbst die Polizei und Behörden und ganze Regierungen weltweit bereits infiziert. Ist es bereits zu spät ? 

 

DIE STARS

Nicole Kidman und Daniel Craig stand nach "Invasion" erneut mit ihren Costar Daniel Craig vor der Kamera , im Fantasy-Spektakel „Der goldene Kompass“.

 

DER KICK

Invasion ist bereits die vierte Verfilmung dieser Science-Fictiongeschichte von Jack Finney aus den 50er Jahren. Da braucht es schon einen guten Grund für eine Neuauflage. Und den liefert der oscarnominierte Regisseur Oliver Hirschbiegel („Der Untergang“) in seinem Hollywood-Debüt. Gleich zu Beginn erzeugt er mit der Shuttle-Katastrophe und dem Pandemie-Szenario ein beklemmend aktuelles Szenario.

Dabei hat sein Film für einen Thriller ein gewichtiges Handicap, denn die Invasoren lösen kein Chaos aus, sondern verbreiten mit emotionsloser Effizienz eher stillen Horror und machen die Welt zu einem freudlosen, perfekten Ameisenstaat.

Problematisch ist allerdings, dass dadurch den Darstellern weitgehend die Hände gebunden sind, da sie entweder bereits infizierte Alien-Roboter sind, oder als unentdeckte Flüchtlinge jede Gefühlsregung unterdrücken müssen. Andererseits gilt ausgerechnet Nicole Kidman auch eher als unterkühlt und nicht als Temperamentsbündel, so dass die dramatische Kluft zwischen Aliens und Menschen nicht sonderlich auffällt. Kein Wunder, dass das US-Studio Hirschbiegel in den Arm fiel und seinem Hollywood-Erstling ein paar Aushilfsregisseure und ein paar zusätzliche Actionsequenzen spendierte.

 

Bemerkenswert ist "Invasion" allerdings durch seine zentrale Botschaft, nach der die Konflikte auf der Erde nur zu beenden sind , wenn wir auf Emotionen verzichten und somit unsere Menschlichkeit aufgeben. Düstere und für einen großen Hollywood-Film überraschend bittere Aussichten.

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