Evan Allmächtig 

Politiker Evan Baxter soll eine Arche bauen. Der Auftrag, von Gott persönlich erteilt, verträgt sich aber nicht sehr gut mit Evans Karriereplänen. Und auch seine Familie ist nicht begeistert, dass sie beim Bootsbau helfen soll. Dabei ist eine Sintflut weit und breit nicht in Sicht.

 

DIE STORY

Evan Baxter (Steve Carell) hat es geschafft. Der frühere Nachrichtensprecher ist frischgebackener Kongressabgeordneter. Als quasi erste  Amtshandlung gönnt er sich uns seiner Familie erstmal ein standesgemäß protziges Anwesen und die dazu passende Spritschleuder. Seine weiteren Karrierepläne kommen aber nachhaltig durcheinander, als ein älterer , grauhaariger Herr von ihm den Bau einer Arche fordert. Erst langsam setzt sich bei Evan die Gewissheit durch, dass es sich bei seinem Auftraggeber um Gott handelt. Das liegt unter anderem an den umfangreichen Holzlieferungen, die vor seiner Villa landen – und an seiner ständig wachsenden Gefolgschaft bestehend aus allerlei anhänglichen Tierchen von Eichhörchen über Affen bis zu Elefanten.

Die Menagerie erweist sich für den Politiker im Tagesgeschäft als äußerst lästig, genauso wie seine unkontrollierbare Haarpracht und die offenbar vorgeschriebene rustikale Dienstkleidung für biblische Schiffbauer. Evans Familie zweifelt zunächst an seinem Verstand, unterstützt ihn dann aber doch in bester Disney-Familien-Komödien-Tradition. Nur Evans politische Weggefährten, die Medien und die Nachbarn machen ihm das Leben noch schwer. Denn eine Sintflut ist weit und breit nicht in Sicht.  

 

DIE STARS

Im Vorgänger-Film „Bruce Allmächtig“ war Steve Carell noch in einer Nebenrolle zu sehen, als Nachrichtensprecher mit verbaler Inkontinenz. Zuvor hatte er sich in zahllosen TV-Auftritten als vielseitiger Komiker ein Namen gedacht, so in der berühmten Talentschmide Saturday Night Live und der „Daily Show“ von Jon Stewart. Seinen entdgültigen Durchbruch schaffte er mit der US-Fassung der britischen Comedy-Show „The Office“ ( in  Deutschland: „Stomberg“). Nach dem Riesenerfolg „Jungfrau , 40, mänlich , sucht“ war er auch in der Oscar-prämierten Komödie „Little Miss Sunshine“ als selbstmordgefährdeter Philologe zu sehen. 

Ebenfalls schon in „Bruce Allmächtig“ dabei als graumelierter

Schöpfer im Freizeitlook, war natürlich Morgan Freeman  der mit zunehmendem Alter offenbar immer beliebter wird. Mit mehr als 70 Jahren bringt er es auch vier Oscarnomnierungen, einmal gewann er die Trophäe als Box-Trainer in „Million Dollar Baby“ und wenn er mal nicht im Bild ist, leiht er seine Stimme diversen Filmprojekten von Tickfilmen bis zu Dokumentationen.

 

DER KICK

Eine Komödie mit wahrhaft biblischen Ausmaßen. Da lügt die Werbung ausnahmsweise mal nicht. Mit mehr als 175 Millionen Dollar ist „Evan Allmächtig“ die teuerste Komödie aller Zeiten – und sogar teurer als das Action-Spektakel „Transformers“. Kein Wunder, schließlich mussten hier Unmengen an großen und kleinen Tieren kreiert werden, die fast durch jedes Bild flattern , kriechen oder stampfen. Und trotzdem fragt man sich, wo das Geld geblieben ist, die Animationen sind nur Mittelmaß. Der größte Schwachpunkt des Films ist allerdings der Humor: Völliger Mist – Vogelmist um genauer zu sein. Mehr fiel den Machern leider nicht ein. Das tragische daran: Steve Carell kann witzig sein. Nur hier lässt man ihn nicht. Dazu kommt ein Sammelsurium von flachen, klischeehaften Charakteren. Baxters Familie verkommt zu reinen Stichwortgebern, und sein politischer Mentor  (völlig daneben: John Goodman) ist die immergleiche Karikatur des machthungrigen korrupten Strippenziehers. Evans Verwandlung in den zotteligen Noah ist zwar lustig , aber auch eine direkte Kopie von Tim Allens „Santa Clause“. Und die Auflösung , warum denn nun überhaupt eine Arche gebaut werden muss ist dann leider auch unglaublich banal.

Ein besonderes Manko offenbart aber der zwingende Vergleich mit dem überaus erfolgreichen Vorgänger „Bruce Allmächtig“. Während Jim Carrey dort als Bruce noch seine Omnipotenz-Träume verwirklichen durfte, wird Evan letztlich nur Gottes Tischler. Was für ein Abstieg. 

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