Die Queen 

Die britische Königin ist eine der promintesten Personen der Welt. Trotzdem weiß man nur sehr wenig Persönliches über sie. Das prämierte Drama „Die Queen" lüftet den Schleier und blickt hinter die Kulissen der Royals. In einer oscargekrönten Performance spielt Hellen Mirren

die Queen in der dramatischsten Woche ihre Herrschaft.

 

DIE STORY

Der Tod von Lady Diana stürzt 1997 Millionen Menschen in kollektive Trauer.

Vor dem Buckingham-Palast in London türmen sich bald Berge von Blumen und Kränzen mit Beileidsbekundungen. Die königliche Familie bleibt aber tagelang stumm. Spätestens nach Dianas Scheidung von Charles war die Queen nicht gut auf Lady Di zu sprechen. Die Queen reagiert verunsichert auf die Welle der Anteilnahme und pocht auf uralte höfische Regeln. Danach war Diana nach ihrer Scheidung kein Mitglied der königlichen Familie.

Tony Blair, damals gerade frisch als Premierminister angetreten und eigentlich ein radikaler Reformer erkennt dagegen, dass die Queen reagieren muss, um Schaden von der Monarchie abzuwenden. Er versucht der starrsinnigen Monarchin mit aller gebotenen Zurückhaltung unter die Arme zu greifen.

 

DIE STARS

Erst im vergangenen Jahr hat Hellen Mirren Queen Elizabeth die Erste gespielt, nun also deren Namensvetterin. Vor drei Jahren wurde sie selbst als Dame Hellen Mirren in den Adelsstand erhoben, obwohl sie selbst aus einer stark antiroyalistischen Familie stammt. Trotz dieses Hintergrunds empfand sie die Rolle als heikle Herausforderung und wollte unbedingt vermeiden, eine Parodie der Queen zu liefern.

 

DER KICK

Für die meisten Ereignisse im Film gibt es etliche Zeugen, die von den Filmemachern befragt wurden, von Kammerdienern über Stallmeister bis zu Staatsbeamten. Ein bißchen was wurde dazu erfunden, wirkt aber genauso authentisch. Dazu tragen auch die minutiös rekonstruierten oder nachempfundenen Drehorte, Kostüme und höfischen Gepflogenheiten bei.

Mehrere dutzend Schlösser im ganzen Königreich standen zur Auswahl, um für die Dreharbeiten zur königlichen Residenz zu werden. Nachdem die Schlossherren hörten, um was es im Film geht, machten aber alle bis auf drei einen Rückzieher. Zu Unrecht. Regisseur Stephen Frears nähert sich dem heiklen Thema mit größter Sensibilität und macht aus der Queen kein Abziehbild. Für ein bißchen entspannenden Humor sorgt vor allem der notorisch unsensible "Mr. Queen", Kronprinz Philipp.

Der Film hilft zu verstehen, warum Elisabeth II. damals dem Druck der Presse und der Öffentlichkeit lange nicht nachgeben wollte. Einige werden sie deshalb als verknöchertes Fossil betrachten, genauso kann man in ihr aber eine disziplinierte, prinzipientreue und traditionsbewusste Dienerin der britischen Monarchie sehen. Der Film gibt da keine Sichtweisen vor. Zur Uraufführung beim Filmfest in Venedig waren 20 Anwälte der königlichen Familie anwesend. Aber offenbar fanden sie nichts anstößiges, die Queen lud die Filmcrew sogar zum Lunch ein.

 

 

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