Ein perfektes Verbrechen

Ein gehörnter Ehemann schießt auf seine Frau - und legt anschließend ein Geständnis ab. Das sieht nach einem einfachen Fall und einer garantierten Verurteilung aus. Erst langsam dämmert den Ermittlern, dass sie in eine perfide Falle getappt sind. Ihr Verdächtiger denkt gar nicht daran ins Gefängnis zu gehen.

 

DIE STORY

Als Ingenieur ist Ted Crawford (Anthony Hopkins) ein Perfektionist, der es gewohnt ist seinen Willen durchzusetzen. Er erträgt nicht, dass seine Frau eine Affäre hat und schießt sie eiskalt nieder.

Die Staatsanwaltschaft geht von einem einfachen Fall aus. Der aufstrebende Anwalt Willy Beachum (Ryan Gosling) will das Verfahren quasi nebenbei abnwickeln, und dann einen lukrativen Job in einer renommierten Kanzlei antreten.

Dass der eigensinnige Crawford sich vor Gericht selbst verteidigen will, bestärkt ihn nur in seiner Siegesgewissheit. Aber im Gerichtssaal wendet sich das Blatt dann abrupt. Crawford kennt offenbar jeden juristischen Trick und auf einmal wird ein Beweisstück nach dem anderen unbrauchbar. Das Geständnis wird ungültig, aus der vermeintlichen Tatwaffe wurde nicht geschossen, und ein wichtiger Zeuge verliert seine Glaubwürdigkeit.

 

Auf einmal steht Beachum mit dem Rücken zur Wand. Offenbar hat Crawford den ganzen Prozeß bestens durchgeplant. Und Beachum sieht nicht nur den vermeintlich simplen Fall in sich zusammenfallen. Auch seine Karrierepläne kann er sich abschminken, wenn er den Prozeß verliert.


DIE STARS

In zahlreichen Hitlisten wird Anthony Hopkins (69) für seine Leistung als Menschen fressender Psychopath Dr. Hannibal Lector als bester Filmbösewicht aller Zeiten genannt. Seine Ursprünge als Schauspieler sind dabei so seriös wie nur möglich, vor über 40 Jahren nahm ihn die britische Leinwand- und Bühnenlegende Sir Lawrence Olivier unter seine Fittiche. Hopkins seinerseits nannte Russell Crowe als einzigen Schauspieler, der eine vergleichbare Präsenz wie Olivier hat.

 

Sein Gegenspieler in „Das perfekte Verbrechen" ist Ryan Gosling, der es mit gerade einmal 27 Jahren auch schon auf eine Oscar-Nominierung gebracht hat , in dem Drogendrama „Half Nelson".

Gosling wurde in London geboren - und ist trotzdem kein Brite. Sein Heimatort ist nämlich London in Ontario/Kanada. Seine Karriere startete er in der Kindersendung Mickey Mouse-Club, nachdem er 17.000 Konkurrenten ausgestochen hatte. Sein damaliger Wohnpartner war Justin Timberlake (26).

 

DER KICK

An dieser Geschichte hätte auch Hitchcock seine helle Freude. "Das perfekte Verbrechen" ist ein gediegenes Gerichtsdrama, das glatt von John Grisham sein könnte und an Filme wie „Das Urteil", oder „Zwielicht" erinnert. Nicht revolutionär, sondern im besten Sinne altmodisch. Gut gespielt, durchweg spannend, und weitaus kleverer konstruiert als der platte deutsche Titel. Da lohnt es sich, bis zur letzten Minute aufzupassen - denn das Ende ist nicht so eindeutig, wie es auf den ersten Blick wirkt. Ohne Effekthascherei verlässt sich der Film auf sein cleveres Skript und die hervorragenden Schauspieler - allen voran Anthony Hopkins mit einer zivilen Variante von Hannibal Lector.

 

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