Black Book

Mit Black Book kehrte Starregisseur Paul Verhoevens nach über 20 Jahren aus Hollywood zurück. Der Film erzählt die Geschichte der Jüdin Rachel die in den besetzten Niederlanden zwischen die Fronten von Nazis und Widerstand gerät. Dabei stellt sie fest, das sie Freunde und Feinde auf beiden Seiten finden kann.

 

DIE STORY:

Gegen Ende des zweiten Weltkriegs sind die Niederlande noch immer besetzt. Die Jüdin Rachel Stein (Carice van Houten) hat bei einer Bauernfamilie Unterschlupf gefunden. Als ihr Versteck bei einem Luftangriff zerstört wird und ihre Beschützer getötet werden entschließt sie sich zur Flucht ins befreite Belgien. Aber der Flüchtlingstreck wird verraten und ausgeplündert, alle bis auf Rachel werden erschossen.

Eine Gruppe von Widerstandskämpfern nimmt sie auf und mit neuer Identität wird sie zur wertvollen Agentin. Unter dem Namen Ellis de Vries gewinnt sie das Vertrauen des SS-Offiziers Müntze (Sebastian Koch) und beginnt eine Affäre mit ihm. So bekommt sie einen Posten als Schreibkraft im Hauptquartier der Besatzer und als Sängerin bei den rauschenden Festen der Nazis. Mit Rachels Hilfe will der Widerstand die Gefangenen aus den Folterkellern befreien. Als sie herausbekommt, wer ihre Familie verraten hat, lehnen ihre Mitkämpfer es allerdings ab, den Verräter zu töten. Eine solche Aktin würde den Widerstand in Gefahr bringen - und holländische Leben zu riskieren um Juden zu rächen ist für sie inakzeptabel. Andererseits entdeckt Rachel, dass der SS-Mann Müntze immer wieder unter Lebensgefahr Gefangene vor dem Erschiessungskommando rettet und schließlich sogar selbst verhaftet wird. Als der Anschlag auf das Nazihauptquartier bevorsteht, verlangt sie, dass auch Müntze befreit wird. Der Überfall endet in einem blutigen Desaster und Rachel wird selbst verdächtig, die Gruppe verraten zu haben. Jetzt steht sie endgültig zwischen den Fronten. Und selbst nach der Befreiung durch die Alliierten ist ihr Kampf noch nicht beendet.

 

 

DIE STARS:

Die beiden Hauptdarsteller Sebastian Koch (45) und Carice van Houten (30) sind seit den Dreharbeiten auch im wahren Leben ein Paar.

Eigentlich wollte Sebastian Koch nach dem gefeierten Doku-Drama „Speer und Er" keine Nazis mehr spielen. Bei Verhoeven konnte er aber nicht Nein sagen, auch weil er eben nicht den hollywood-typischen Nazi-Schurken spielen sollte (das machen Christian Berkel und Waldemar Kobus allerdings auch schon zur Genüge).

Durch „Black Book" und „Das Leben der anderen" ist Koch jetzt auch in Hollywood gefragt. Einen Umzug plant er allerdings nicht und will höchstens für einzelne Projekte in den USA arbeiten.

 

DER KICK:

Auf den ersten Blick ist „Black Book" nur ein turbulenter Action-Film inklusive Liebesgeschichte vor historischem Hintergrund, aber der Film wirft auch einen ungewohnt kritischen Blick auf den holländischen Widerstand. Paul Verhoevens europäisches Comeback spielt geschickt mit den Erwartungen an dramatische Spionage- und Kriegsfilme und bürstet die Klischees gleichzeitig immer wieder gegen den Strich. Da wird die Jüdin beinahe Opfer britischer Bomben, vermeintliche Helfer entpuppen sich als Verräter, Nazi-Offiziere helfen Widerstandskämpfern, die sich andererseits auch mal als Antisemiten erweisen können. Paul Verhoeven hat die Lust an der Provokation nicht verloren und so ist der Film auch in Sachen Sex und Gewalt nicht zimperlich. Die meisten Details der Geschichte beruhen allerdings nicht auf der durchaus blühenden Fantasie des Regisseurs, sondern auf jahrelangen Recherchen und Augenzeugenberichten. Black Book ist ein außergewöhnlich vielschichtiges und spannendes Filmerlebnis. Eine gelungene Mischung aus hollywoodtypischem Entertainment und europäischem Anspruch.

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