Bis zum Ellenbogen

Mit einer Leiche im Gepäck machen sich zwei gescheiterte Existenzen auf eine skurile Odyssee quer durch Deutschland. „Bis zum Ellenbogen" auf Sylt wollen sie es schaffen, um ihrem Freund eine 1-A-Seebestattung zu gönnen. Außerdem ist die Leiche der Schlüssel in einem absurden Millionencoup.

 

DIE STORY

Auf einer einsamen Berghütte in den Schweizer Alpen werden aus drei Fremden neue Freunde - zumindest annähernd - und auch nur auf Zeit.

Im wahren Leben sind alle auf ihre Weise gescheitert.

Banker Sven (Justus von Dohnanyi) steckt im Karrierestau, Unternehmer Achim (Jan Josef Liefers) hat gerade die Firma seines Schwiegervaters ruiniert und Bastler Willi (Stefan Kurt) hält es in keinem Job lange aus. Abgeschnitten von der Außenwelt verbringen sie ein paar idyllische Tage und kommen sich näher - bis Sven bei einem dummen Unfall ums Leben kommt.

 

Svens letzter Wunsch war eine Bestattung am „Ellenbogen", einer Bucht auf Sylt. Und diesen Wunsch erfüllen ihm Achim und Willi nur zu gerne - um bei der Gelegenheit gleich das Schwarzgeldversteck von Svens Chef zu plündern. Dafür müssen sie Sven möglichst unbeschädigt quer durch die Republik transportieren. Das erweist sich als äußerst knifflig, da Deutschland sich im kollektiven WM-Taumel befindet - und Svens Leiche allmählich Form, Farbe und Geruch verändert.

 

DIE STARS:

Justus von Dohnanyi spielt häufiger Nazis oder zwielichtige Figuren, so etwa in „Napola" oder „Der Untergang", Jan Josef Liefers Paraderollen sind oft etwas steife überkorrekte Typen, wie der Tatort-Gerichtsmediziner Dr.Börne. Privat sind beiden ganz anders als ihr Image. Der sehr unorthodoxe Film entspricht ihrem privaten Humor. Für die beiden Freunde war es ein Spaßprojekt, so dass Jan Josef Liefers beim Regiedebüt seines Freundes Justus von Dohnanyi auch gerne umsonst gearbeitet hat.

 

DER KICK:

Ohne Fördergelder und ohne TV-Kooperation ist hier eine erfrischend andere Komödie entstanden, die sich erfreulich wenig um angeblich guten Geschmack kümmert. Der Humor ist mitunter derb und tiefschwarz wie in britischen Komödien wie „Sterben für Anfänger". Mitunter merkt man den Zeitdruck und das geringe Budget, dass dem Projekt aber auch einen rauen, anarchischen Charme verleihen. Und dennoch sind die Figuren keine Abziehbilder, sondern echte Charaktere und auch in Sachen Wortwitz wird einiges geboten. Auf dem Filmfest Hamburg war „Bis zum Ellenbogen" ein großer Publikumshit. Wer von standardisierten, massenkompatiblen Komödien die Nase voll hat, sollte sich diesen kleinen Rohdiamanten genauer ansehen.

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