American Gangster
In den 70er  Jahren beherrschte Frank Lucas den Drogenhandel in New York. Er verdiente Millionen Dollar und ruinierte hunderte Leben. Aber der „American Gangster“ war schwer zu fassen, denn er war kein gewöhnlicher Krimineller. 

 

DIE STORY
Nach dem Tod von Unterweltgröße Bumpy Johnson Ende der 60er Jahre bricht in New Yorks Schwarzenviertel ein Machtkampf um die Nachfolge aus. Als Sieger setzt sich Bumpys früherer Chauffeur Frank Lucas (Denzel Washington) durch. Er hat die Regeln des organisierten Verbrechens seit Jahren gelernt, er ist ehrgeizig, diszipliniert und skrupellos. Außerdem hat er ein paar revolutionäre Ideen. Lucas kauft sein Rauschgift direkt beim Erzeuger in Vietnam, umgeht so Zwischenhändler und überschwemmt den Markt mit seinen konkurrenzlosen Preisen. Selbst ein Markenzeichen gönnte er seinem Heroin, um sich von der in seinen Augen schäbigen Konkurrenz abzusetzen. Frank Lucas verdient Millionen, aber er ist clever genug, unterhalb des Radars der Polizei zu bleiben. Außerdem verlässt er sich bei seinen Geschäften fast ausschließlich auf seine Familie und er lässt die Menschen in Harlem an seinem Reichtum teilhaben, ein wirksamer Schutz gegen Neider und Verräter.

Auf der anderen Seite des Gesetzes steht Richie Roberts (Russell Crowe) , einer der letzten aufrechten Cops von New York. Die meisten seiner Kollegen stehen auf der Gehaltsliste der Mafia, aber Richie lässt sich nicht bestechen. Damit ist er prädestiniert für die Leitung einer neuen Spezialeinheit, die den großen Drogenbossen das Leben schwer machen soll. Dabei hat Richie mit seinem eigenen zerrütteten Privatleben bereits genug zu tun. Strahlende Helden sehen anders aus, aber Richie ist ein harter Hund und so kommt er auch Frank Lucas auf die Spur. Seine Vorgesetzten wollen allerdings nicht glauben, dass ausgerechnet ein Schwarzer an der Mafia vorbei das lukrativste Drogenimperium der USA aufgebaut haben soll. 


DIE  STARS
Seit das Leben von Frank Lucas verfilmt werden soll, war Oscarpreisträger Denzel Washington die erste Wahl für die Rolle. Und als die Produktion 2004 nach diversen Problemen eingestellt wurde, kassierte er 20 Millionen Dollar für nichts. Als Starregisseur Ridley Scott das Projekt wiederbelebte, war er aber wieder an Bord. 

Russell Crowe ist nun schon seit Jahren der Libelingsdarsteller von Ridley Scott, in Filmen wie „Gladiator“, „Ein gutes Jahr“, "Der Mann der niemals lebte" und schließlich "Robin Hood".

Denzel Washington und Russell Crowe hatten allerdings bei „American Gangster“ nur wenige gemeinsame Szenen, genauso wie bei ihrer ersten Zusammenarbeit in den 90ern im Sci-Fi-Thriller „Virtuosity“.

 
DER KICK

Der reiche Fundus amerikanischer Gangster-Dramen hat einen neuen Klassiker dazugewonnen. “American Gangster” macht Anleihen bei “Der Pate”, genauso wie bei “Traffic”,”Scarface” und “Die Unbestechlichen”. Die beiden Hauptcharaktere, der charismatische Kriminelle und der verlotterte Gesetzeshüter sind etwas stereotyp angelegt, aber bei der Klasse der Darsteller immer noch mehr als sehenswert. Das es dafür nur zwei Oscarnominierungen gab, ist peinlich für die Akademie. Ridley Scott liefert hier ein kunstvolles, luxuriöses Sittenbild der 70er in New York. Im Vergleich zu “Departed - Unter Feinden” oder “Heat” spielt Action eine untergeordnete Rolle, dafür setzt American Gangster auf eine wahre Geschichte, ein echtes Stück bisher übersehener amerikanischer Vergangenheit. Ridley Scott liefert die bittere  Lektion, dass sich die Methoden von großen Konzernen und organisiertem Verbrechen heutzutage erstaunlich wenig unterscheiden. Und dass diese Lektion in großartigen Bildern und mit den besten Darstellern daherkommt macht den gediegenen Filmgenuss perfekt.

 

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