...and the winner is...

Wenn an diesem Wochenende die Oscars verliehen werden, wird einiges anders sein.

Die von Jahr zu Jahr schwindenden Zuschauerzahlen erfordern eine Reaktion.

Zum ersten Mal stehen zehn Kandidaten zur Wahl als bester Film.So sollen auch weniger ambitionierte Filme sich im Glanz der Nominierung sonnen können. Dabei hat prinzipiell jeder einzelne der Kandidaten das nötige Format.

Der Gewinner kann allerdings nur "Avatar" heißen. Dem erfolgreichsten Film aller Zeiten die Trophäe zu verweigern würde die Academy in den Augen von Millionen Kinogängern auf Jahre hinaus lächerlich machen und die Bedeutung der Preise untergraben. Und ganz unter uns: der immer als größter Konkurrent gehandelte "Hurt Locker" von James Camerons Ex-Frau Kathryn Bigelow ist zwar packend und beleuchtet eine bislang wenig beachtete Facette des Irakkriegs. Aber eben auch nicht mehr. Auch in den technischen Kategorien dürfte keiner der Mitbewerber eine Chance haben - mit Ausnahme vom Szenenbild (Art Direction). Denn trotz des Vormarsches der Digitaltechnik wird hier doch gerne noch die gute alte klassische Ausstattung prämiert, keine komplett im Computer entstandenen Welten.

 

Bei den nicht englischsprachigen Filmen hoffen viele auf einen Erfolg von "Das weisse Band". Das spröde Drama wird aber schwer haben gegen das französische Knastdrama "Ein Prophet". Mein Geheimtipp ist allerdings der israelische Episodenfilm "Ajami", mit dem die Academy ein politisches Statement zum Nahostkonflikt setzen könnte. 

 

Bei den Trickfilmen wäre es eine interessante Abwechslung wenn die in altmodischer Stopmotion-Technik gedrehten "Coraline" oder "Der fantastische Mr. Fox" punkten könnten, beides Filme die sich an ein eher erwachsenes Publikum richten. Aber der Triumph von Pixar mit "Oben" dürfte unausweichlich sein, denn die können Anspruch, Familientauglichkeit, Fantasie und modernste Technik vereinen.

 

Der Darstellerpreis muss in diesem Jahr an Jeff Brdiges gehen, einfach weil es überfällig ist, und nur der Oscar-Dauergast George Clooney halbwegs an seine Leistung heranreicht. Ein Oscar für Morgan Freeman wäre dagegen nur eine umständliche Art, Nelson Mandela zu ehren.

Bester Nebendarsteller ist zweifellos Christoph Waltz - der dadurch aber die Siegchancen von "Das weisse Band" verringert.

 

Bei den Hauptdarstellerinnen dürfte Sandra Bullock triumphieren, die in "Blind Side" gleichzeitig schrill, subtil, komisch und bewegend spielt. Bei den Nebendarstellerinnen setze ich auf Mo´nique, die in "Precious" ohne Rücksicht auf Verluste eine Unterschichten-Mom spielt, die gleichzeitig Täter und Opfer ist. Und die Werbekampagne von US-Talkikone Oprah Winfrey für den Film dürfte an der Academy nicht spurlos vorbeigehen.

 

Bleibt nur noch eine Frage: Was packe ich in den Kühlschrank um die lange Filmnacht des Jahres durchzuhalten ?

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