Crazy Heart
Crazy Heart
DIE STORY
Die Karriere von Country-Sänger "Bad" Blake ist am Ende. Und er selbst auch.
In einem klapprigen Kombi tingelt er durch die Provinz und tritt auf Bowlingbahnen und in winzigen Kneipen auf. Außerdem trinkt und raucht er deutlich zuviel. Immerhin hat er immer noch Groupies, auch wenn die genau wie Bad allmählich das Rentenalter ansteuern. Die junge Journalistin ist da schon erheblich reizvoller. Blake genießt die Aufmerksamkeit - und dass sich tatsächlich jemand für den Menschen hinter der heruntergekommenen Country-Fassade interessiert. Gegen alle Wahrscheinlichkeit werden die moderne Single-Mutter und der alter Säufer ein Paar. Die Liebe gibt dem ausgebrannten Künstler Antrieb, seine Leben und seine Karriere noch einmal auf die Reihe zu kriegen, auch oder gerade weil die Ärzte ihm bei senem bisherigen Lebenswandel nicht mehr viel Zeit geben.
DIE STARS
Für diese Rolle wurde Jeff Bridges zum fünftenmal für den Oscar nominiert. Und diesmal dürfte er die Trophäe tatsächlich bekommen. Und sei es nur , weil es einfach überfällig ist. Bridges spielt hier in seiner aus vielen Rollen bekannten grummeligen Art. Sein Bad Blake ist unglamourös bis zur Schmerzgrenze, wenn er mit ständig offenem Gürtel durch die Gegend torkelt, trotzdem schrammt er an einer reinen Karikatur vorbei und lässt einem diesen desillusionierten Trinker ans Herz wachsen.
Auch seine Filmpartnerin Maggie Gyllenhaal wurde für einen Oscar nominiert.
Sie ist der vernünftige, ruhende Pol um den Bridges seine Kreise ziehen kann und muss. Die alleinerziehende Mutter Jean wird durch sie äußerst sensibel gespielt.
DER KICK
Anfangs ist "Crazy Heart ein lakonische Roadmovie, dass das Leben am unteren Ende des Musikbusiness tragikomisch mit viel Lokalkolorit auf den Punkt bringt. Aber auch die Liebesgeschichte, die sich hier entwickelt kann voll überzeugen. Trotz der so grundverschiedenen Charaktere stimmt die Chemie zwischen Gyllenhaal und Brdiges. Eine ebenfalls überzeugende Leistung liefert hier Colin Farrell hab, der (als Ire !) den Country-Star Tommy Sweet, Bad Blakes ehemaligen Begleitmusiker, spielt.
Und die Songs von Ryan Bingham und T-Bone Burnett, die Briges und Farrell performen sind makellos und auch für Nicht-Country-Fans genießbar.
Das einzige Problem das man haben könnte, ist der etwas konfliktfreie Verlauf der Geschichte. Blakes Geldprobleme, sein Karrieretief, sein Streit mit seinem früheren Protegee Sweet, all das ist zu schnell ausgeräumt, während die Liebesbeziehung sich schon bei einem kleinen Problem als wackelig erweist. Andere Fragen werden dagegen leider gar nicht gestellt, wie etwa warum Blake so leichtfertig für Geld seine eigene Karriere und künstlerische Integrität aufgibt. Aber andererseits erweist Crazy Heart sich eben dadurch als Drama über das wahre Leben, nicht über Wunschträume und Musikmythen.
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